Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Rotwild (Cervus elaphus Linne, 1758) als Pflegefaktor fuer baerwurzreiche Magertriften (Arnicetum montanae Schw. 1944 Meo-Festucetum) in der Nordwesteifel
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1992
  • Illustrationen
    40 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    8032
  • Datensatznummer
    200071185
  • Quelle
  • Abstract
    Im deutsch-belgischen Naturschutzgebiet Perlenbach-Fuhrtsbachtal-Schwalm wird von 1984 bis 1991 der Einfluss des Rotwildes auf die baerwurzreichen Magertriften (Arnikatrift Arnicetum montanae SCHWICKERATH 1944 Meo- Festucetum) untersucht. Die Analyse erfolgt ueber den Vergleich standoertlich und vegetationskundlich einander entsprechender Probeflaechen, die entweder als weitgehend stoerungsfreie Flaechen von den Rothirschen intensiv beaest werden (Veg.-Aufn. 1-16) oder aber als gestoerte Orte den Rothirschen kaum als Aesungsflaechen zur Verfuegung stehen (Aufn. 17-23) (Tab./Abb.). Die baerwurzreiche Magertrift ist als Ersatzgesellschaft an die Stelle des urspruenglichen Hainsimsen-Buchenwaldes getreten. Daraus folgt unmittelbar, dass eine Hauptgefahr fuer den Erhalt der heute noch vorhandenen Triften von der Ansiedlung von Straeuchern und Baeumen ausgeht. Die Analyse zeigt, dass den ehemals viehwirtschaftlich genutzten Flaechen heute ein hoher Stellenwert fuer den Rothirsch in diesem Gebiet zukommt, der durch seine selektive Nahrungswahl wesentlich zur Stbilisierung und Erhaltung dieser Pflanzengemeinschaften beitraegt. Rotwildbeaesung verhindert vom Wasserregime des Bodens beeinflusste Sukzessionen nicht, verzoegert jedoch den Formationswechsel zur Bewaldung erheblich und erhaelt damit die Wiesengesellschaften. Die "Pflegeleistung" des freilebenden Rothirsches steht in unmittelbarem Zusammenhang zur Beliebtheit der Pflanzengemeinschaften als Aesungsflaechen: Waehrend Baerwurz-reiche Arnikatriften sicher erhalten bleiben, reicht die Beaesung zur Stabilisierung der benachbarten Pfeifengras-Wiesen nicht aus. Die Ergebnisse legen nahe, den Pflegeeinfluss des Rotwildes in die Pflegeplanung fuer das Naturschutzgebiet zu integrieren. Dies bedeutet, dass Gehoelzsaeume als Sicht- und Deckungsbarrieren erhalten bleiben, so dass moeglichst viele Magertriften vom Rotwild als Aesungsflaechen genutzt werden koennen. Das bei den Pflegemassnahmen anfallende Maehgut bietet ein ausgezeichetes Heu zur Winterfuetterung.