Titel
Nitratausträge nach Ackeraufforstung
Paralleltitel
Nitrate Leaching Following Afforestation of Former Agricultural Land
Verfasser
Erscheinungsjahr
2001
Illustrationen
32 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
4354
Datensatznummer
200070586
Quelle
Abstract
Um den Einfluss verschiedener Bodenbearbeitungsverfahren (40 cm und 20 cm tiefes Pflügen, Grubber, Nullvariante) und von Nutzpflanzeneinsaaten (Roggen, Raps + Senf) auf die Höhe des Nitrataustrags nach einer Acker-Erstaufforstung zu untersuchen, wurde im Forstamt Nordfriesland ein Feldversuch angelegt. Die Nutzpflanzeneinsaaten erreichten nur geringe Deckungsgrade, während auf der unbearbeiteten Kontrolle Ausfallgetreide des Vorjahres zu rascher Bodendeckung führte. Bereits im 2. Versuchsjahr wurde die Bodenvegetation auf allen Parzellen von krautiger Sukzessionsflora dominiert, ab dem dritten Jahr von Gräsern. Alle Bodenbearbeitungsverfahren führten im Vergleich zu unbearbeiteten Kontrolle bis zum Ende der ersten Vegetationsperiode nach der Aufforstung zu deutlich erhöhten Nitrat-N-Konzentrationen im Sickerwasser. Im Herbst nach der Aufforstung stiegen die Konzentrationen auf der Kontrolle an, während sie auf den bodenbearbeiteten Flächen sanken. In der Folgezeit kam es zu erheblichen jahreszeitlichen Schwankungen der Konzentrationen ohne klaren Einfluss der Bearbeitung. Auch vier Jahre nach Versuchsbeginn lagen die Nitrat-N-Konzentrationen im Sickerwasser mehrheitlich noch auf hohem Niveau (5-20 mg NO3-N/l). Die Schätzung der Nitrat-N-Austräge anhand der klimatischen Wasserbilanz ergab noch im dritten Jahr nach Versuchsbeginn Austragsraten von 35 bis 50 kg/(ha · a). Dies wird auf den aus langjähriger Gülleausbringung stammenden hohen Anteil organisch gebundenen Stickstoffs im Pflughorizont zurückgeführt. Aus den Versuchsergebnissen werden waldbau-technische Empfehlungen in Abhängigkeit vom Nitratauswaschungsrisiko und der Trinkwassergefährdung abgeleitet.