- TitelFolgewirkungen wald- und forstgeschichtlicher Entwicklungen für die aktuelle genetische Zusammensetzung unserer Waldbaumpopulationen
- Verfasser
- Erscheinungsjahr1999
- Illustrationenzahlr. Lit. Ang.
- MaterialUnselbständiges Werk
- Standardsignatur4370
- Datensatznummer200070359
- Quelle
- AbstractIm Hinblick auf die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt in Wäldern und die Einschätzung der gegenwärtigen Angepaßtheit und Anpassungsfähigkeit von Waldbaumpopulationen erfolgt eine neuartige, interdisziplinäre Bearbeitung ihrer anpassungsrelevanten Vorgeschichte durch die Bildung systemanalytischen Ansprüchen genügender Hypothesen über Auswirkungen wald- bzw. forstgeschichtlicher Entwicklungen auf den gegenwärtigen genetischen Zustand von Waldbaumpopulationen in Deutschland. Auf der Grundlage von Erfordernissen für erfolgreiche Anpassungsprozesse sowie genetischer Voraussetzungen für den nachhaltigen Umgang mit Waldökosystem-Ressourcen belegt die Analyse eine erhebliche Einschränkung von Angepaßtheit und Anpassungsfähigkeit gegenwärtiger Waldbaumpopulationen durch diverse historische Beeinträchtigungen der adaptiven Selbstregulationsmechanismen sowie ihrer genetischen Grundlagen. Die Anwendung eines geographischen Informationssystems (Darstellung der räumlichen Verbreitung genetischer Parameter) sowie phylogenetischer bzw. phylogeographischer Methoden (Rekonstruktion der Abstammungsverhältnisse von Populationen) am Beispiel der Baumart Buche (Fagus sylvatica L.) ermöglicht u.a. Einblicke in die nacheiszeitlichen Rückwanderungswege sowie forsthistorisch bedingte Störungen der Autochthonie rezenter Waldbaumpopulationen. Für den in Anbetracht zu erwartender Klimaänderungen erforderlichen, nachhaltigen Umgang mit Waldökosystem-Ressourcen werden konkrete Handlungsweisen für die Forstpraxis gegeben. Im Hinblick auf die weitere Bearbeitung von Fragen der nachhaltigen Waldnutzung werden wichtige Grundlagen u.a. für die Modellierung historischer Einflüsse auf die Verteilung genetischer Variation in Zeit und Raum sowie erste Ansätze zur Lösung des Problems der Identifikation von Autochthonie von Pflanzenpopulationen aufgezeigt. Die Ergebnisse verdeutliche, daß im Rahmen prospektiver Umweltforschung die Berücksichtigung interdisziplinärer, retrospektiver Forschung unerläßlich ist.
- SchlagwörterAngepasstheit, Anpassungsfähigkeit, autochthone Population, Fagus sylvatica, Biodiversität, Kahlschlag, Niederwald, Umweltgeschichte, Forstgeschichte, Bestandesgeschichte, anthropogener Einfluss, historische Nutzung, waldbauliche Behandlung, gleichaltriger Bestand, genetische Variation, genetische Differenzierung, Genressource, Paläobotanik, Phylogenie, Pflanzengeographie, postglaziale Einwanderung, Selbstregulation, Regeneration, natürliche Selektion, Systemanalyse
- Klassifikation
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