- TitelDynamik des Totholzes in zwei gemischten Urwäldern der Westkarpaten im pflanzengeographischen Bereich der Tannen-Buchen- und der Buchenwälder in verschiedenen Entwicklungsstadien
- ParalleltitelDynamique du bois mort dans deux forêts vierges mélangées des Carpates occidentales appartenant au domaine phytogéographique des hêtraies à sapin et des hêtraies pures (au cours di divers stades de développement) = Deadwood dynamics in two mixed virgin forests in the West Carpathians in the phytogeographic domain of pure beech and mixed fir-beech forests
- Verfasser
- Erscheinungsjahr2001
- Illustrationen21 Lit. Ang.
- MaterialUnselbständiges Werk
- Standardsignatur629
- Datensatznummer200069113
- Quelle
- AbstractIn diesem Beitrag wird die Dynamik der Totholzanteile während eines Lebenszyklus in den Urwäldern von Badin und Dobroc (Slowakei) aufgrund von Beobachtungen während der letzten vierzig Jahre analysiert. Die Ergebnisse der Messungen während dieser Zeit haben bestätigt, dass der Totholzanteil, ausgedrückt in Prozent der lebenden Dendromasse, je nach Entwicklungsstadium grossen Schwankungen unterliegt. Für das Aggradationsstadium (Stadium des heranwachsens) beträgt das Verhältnis zwischen Totholz und lebender Biomasse um 1:2 (im Urwald von Badin) bis 1:3 (im Urwald von Dobroc). Der höchste Wert gilt für das Optimalstadium und bewegt sich zwischen 1:5 und 1:6. Im Zerfallstadium variiert das Verhältnis zwischen 1:2 und 1:2,5 (ohne Unterscheidung der Phasen). Die Biomasse von Urwäldern mit vergleichbaren Standort- und Umweltbedingungen (ausgedrückt in Derbholzvolumen) weist einen ausgeglichenen Verlauf auf (abgesehen von einzelnen Fluktuationen). Der höchste absolute Wert der Totholzmasse wurde sowohl im Urwald Badin als auch im Urwald Dobroc im Zerfallstadium festgestellt. Die durchschnittlichen relativen Werte des Totholzes im Urwald von Dobroc, ausgedrückt in Prozenten des gesamten Derbholzvolumens (lebendes und totes Holz), liegen zwischen 21,41 und 29,24% für den ganzen Beobachtungszeitraum. Im Urwald Badin lagen die entsprechenden Werte mit 27,02 bis 37,38% deutlich höher. Die kleinere Spannweite und tieferen Werte des Totholzes im Urwald Dobroc hängen mit der Ausgeglichenheit der Produktionsverhältnisse und mit der Baumartenmischung zusammen. Tatsächlich erreichen zwei von den drei dominierenden Baumarten in Dobroc (nämlich Tanne und Fichte) etwa dasselbe relativ hohe physiologische Alter, welches bestimmend ist für Stadienabgrenzungen und somit für die Entwicklung des Vorrates. Auch wenn die Buche einen wesentlich kürzeren Lebenszyklus aufweist, kommt es zu keiner raschen und bedeutenden Zunahme der Nekromasse. Im Urwald Badin sind die Einflüsse der Mischungsverhältnisse der Baumarten, das Produktionspotenzial und das physiologische Alter differenzierter zu betrachten. Hier macht die Tanne den überwiegenden Anteil am Totholz aus. Die höheren Totholzanteile erklären sich dadurch, dass das Absterben der Tanne am Schluss ihres Lebenzyklus rasch erfolgt. Der Anteil der Tanne hat im Laufe der Zeit wegen Rotwildbelastung, Immissionen und möglicherweise Klimaveränderungen dauernd abgenommen. So erfährt die Buche pflanzensoziologisch eine zunehmend grössere Wettbewerbsfährigkeit. Aus diesen Ergebnissen resultiert, dass je gemischter die Baumartenzusammensetzung und je unterschiedlicher das physiologisch erreichte Alter der Baumarten ist, desto variabler ist der relative Anteil der Nekromasse während des Lebenszyklus des Urwaldes.
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