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  • Titel
    Reaktionen von Baumarten auf Luftschadstoffe unter kontrollierten Bedingungen : Waldschadensforschung - Wissensstand und Perspektiven. Internationaler Kongress
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1990
  • Illustrationen
    1 Abb., 135 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    12644
  • Datensatznummer
    200068716
  • Quelle
  • Abstract
    Wie die vorangegangenen, beispielhaften Darlegungen zeigten, fuehren realistische Konzentrationen von O3, SO2 und NO2 in kontrollierten Begasungsexperimenten bei einer Belastungsdauer von mehreren Wochen bis Monaten bei Waldbaeumen zu nachweisbaren Wuchsminderungen sowie phaenomenologischen, histologischen, physiologischen und biochemischen Veraenderungen. Eine Vielzahl von Experimenten belegt das besondere phytotoxische Gefaehrdungspotential von Schadgaskombinationen als Folge von additiven und synergistischen Effekten. Unter den gegenwaertigen Immissionsbedingungen in Mittel- und Westeuropa beansprucht Stickstoffdioxid eine besondere Beachtung, da es, abgesehen von seiner Beteiligung an saeurehaltigen Niederschlaegen und seiner Bedeutung als Vorlaeufer fuer die Photooxidantienbildung, die Wirkung einer O3- oder SO2- Belastung zu verstaerken vermang. Der Vergleich mit Fallstudien aus dem Freiland weist auf zahlreiche Parallelen zwischen in kontrollierten Begasungsexperimenten und in geschaedigten Waldbestaenden auftretenden Veraenderungen hin. Die Differentialdia gnose wird jedoch dadurch erschwert, dass im Freiland Schadgaskombinationen in niedrigen, chronisch wirkenden Konzentrtionen auftreten und die hervorgerufenen Schaedigungen wenig oder nicht immissionsspezifissch sind. Unter Umstaenden wird nur die Disposition der Pflanze gegenueber weiteren Stressoren beeinflusst. Weiterhin handelt es sich bei einer Vielzahl der unter Schadgaseinfluss beobachteten Effekte um Merkmale einer vorzeitigen Seneszenz bzw. um unspezifische Stressreaktionen, die auch von anderen Einflussfaktoren hervorgerufen werden koennen. Dennoch ist der Befund, dass realistische Konzentrationen von O3, SO2 und NO2 in Begasungsversuchen aehnliche Schaedigungsmuster erzeugen, wie sie in Waldschadensgebieten beobachtet werden, als weiterer Beleg dafur zu werten, dass diese Luftschadstoffe zu den wichtigsten praedisponierenden und ausloesenden Ursachen fuer die neuartigen Waldschaeden zaehlen. Zur weiteren Verifizierung dieser Hypothese sollen Ausschlussexperimente, d.h. vergleichende Untersuchungen in Kammern mit und ohne Luftfilterung, beitragen. Begasungsexperimente mit sumulierten Tages- und Jahresgaengen der Schadstoffkonzentrationen werden die Uebertragbarkeit der Ergebnisse auf das Freiland erleichtern und lassen weiteren Aufschluss ueber die Wirkung kurzzeitiger Belastungsspitzen bei niedriger Hintergundbelastung erwartn. Kombinationswirkungen, insbesondere von Stickstoffoxiden und O3 bzw. SO2 beduerfen noch weiterer Klaerung, des weiteren sollten auch NH3 sowie organische Verbindungen, die zunehmend in den Blickpunkt des Interesses geraten, in die Untersuchungen einbezogen werden. .........