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  • Titel
    Removing Natural Forest From Timber Production: A New Challenge for the Development of Forest Industries in China
  • Paralleltitel
    Trennung von Naturwald und Produktionswald: Eine neue Herausforderung für die Entwicklung der Wald- und Holzwirtschaft in China
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    2000
  • Illustrationen
    9 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    629
  • Datensatznummer
    200067991
  • Quelle
  • Abstract
    Trotz der Tatsache, dass China weltweit mit seinen Aufforstungsprogrammen an erster Stelle liegt, sind die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsbedürfnisse der chinesischen Forstwirtschaft noch lange nicht abgedeckt. Mit einer Gesamtfläche von 134 Millionen Hektaren Wald und einem Holzvorrat von 11,8 Milliarden Kubikmeter genügen die gesamten Waldressourcen bei Weitem nicht; die natürlichen Waldressourcen, die für die Holzernte zur Verfügung stehen, sind fast ausgeschöpft. Die Forstwirtschaft wird darüber hinaus zu extensiv betrieben. Die forstliche Infrastruktur reicht nicht aus, um die Bedürfnisse einer modernen Forstwirtschaft abzudecken. Dazu kommt, dass die hohe Steuerbelastung und das komplexe Steuersystem die Bauern daran hindern, sich aktiv an einer nachhaltigen Forstwirtschaft und am Schutz der Wälder zu beteiligen. Auf Grund der sich immer wieder ändernden Politik bleiben auch Eigentumsfragen problematisch. Zusätzlich sind die Strukturen in der Holzindustrie nicht sehr rational gegliedert. Die Unternehmen sind von staatlichen Unterstützungsbeiträgen abhängig, und es wird von ihnen erwartet, hohe soziale Belastungen in Kauf zu nehmen. Die sekundäre und tertiäre Holzindustrie bleiben mit ihrer sehr schwachen Verarbeitungseffizienz stark stagnierend. Diese Faktoren haben zu schwerwiegenden Schäden der Struktur und der ökologischen Funktionen der natürlichen Wälder geführt. Während der letzten 50 Jahre hat der Zustand der Umwelt in China stark gelitten. Ökologische Katastrophen trafen in ganz China in kürzeren Zeitabschnitten immer öfter ein. Die Fähigkeit der Wälder, Erosionen zu verhindern und Wasser zurückzuhalten, hat stark abgenommen. Nach den Auswirkungen der Überschwemmungen des Jangtse im August 1998 hat die Regierung die Bedeutung von schützenden natürlichen Wäldern erkannt. Sowohl die Reduktion der Umweltsituation in den wichtigsten hydrographischen Einzugsgebieten sind zu einschränkenden Faktoren für die soziale und ökonomische Entwicklung des Landes geworden. Aus diesen Gründen werden die folgenden Massnahmen der Regierung, die ein Programm zum Schutz der natürlichen Wälder, das "Natural Forest Conservation Program (NFCP), lanciert hat, als hoch eingestuft und stellen für den Forstsektor eine sehr wichtige Aufgabe dar: Der Schutz von natürlichen Wäldern, das Verbot der Holzernte in natürlichen Wäldern inden Ober- und Mittelläufen der Hauptflüsse, die Wiederaufforstungen in Berggebieten, das Zurückführen von forstlich entfremdetem Land in die Forstwirtschaft. In einem Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern stellt aber die Verbesserung des ökologischen Zustandes der Umwelt sowie die Harmonisierung der diametral entgegengesetzten Ziele von Schutz und Entwicklung keine einfache Aufgabe dar. Auf Grund des lancierten Schutzprogrammes NFCP wird geschätzt, dass das Holzdefizit Chinas von 5 Millionen Kubikmetern im Jahre 1997 auf etwa 25 Millionen Kubikmeter im Jahre 2003 steigen und dadurch die nationale Holzverarbeitung und den Vorrat an Brennholz und anderen Forstprodukten in jetzt schon von Armut betroffenen Regionen weiter beeinträchtigen wird. Die Liberalisierung des Handels nach der Aufnahme Chinas in die WTO wird zusätzlich das Überleben vieler staatlicher Unternehmen in einem konkurrierenden Umfeld in Frage stellen. Der heutige Holzmangel in Verbindung mit weiteren Massnahmen zur Handelsliberalisierung sollte aber konkurrierenden Unternehmen, die in Technologie investieren, Holzabfälle verwerten und von natürlichen Waldressourcen unabhängige Holzprodukte herstellen, Erfolg gewährleisten. Die Restrukturierung der chinesischen Holzindustrie nuss noch weiter untersucht werden, damit die Bedingungen beurteilt werden können, unter denen eine nachhaltige Forstwirtschaft zusammen mit angemessenem Management und guter Unternehmenspraxis möglich wird. Ein Nebeneinander von staatlichen Forstbetrieben und Umweltschutz sollte so möglich werden durch tiefere Produktionskosten, Produktionssteigerung, Rechenschaftspflicht gegenüber der Umwelt (ethische Standards), Neufestlegung von Unternehmenspolitik sowie die Fähigkeit, verlässliche, qualitativ hochstehende Holzressourcen sicherstellen zu können.