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  • Titel
    Freilanduntersuchungen zum bioindikativen Potential von Bodenprotozoen : Erfahrungen aus Österreich
  • Paralleltitel
    Field studies on the bioindicative potentiality of soil protozoa: Experiences from Austria
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1994
  • Illustrationen
    77 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    5393
  • Datensatznummer
    200067806
  • Quelle
  • Abstract
    Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Foissner, Institut fuer Zoologie der Universtät Salzburg, wurden in den vergangenen zehn Jahren umfassende Daten zum Einfluss anthropogener Massnahmen auf die bodenbewohnenden Protozoen (tierische Einzeller) erhoben. Schwerpunkte dabei waren die Auswirkungen organischer und mineralischer Dünger, von Pestiziden und Bodenverdichtung sowie ökologischem und konventionellem Landbau auf die Testaceen (Schalenamöben) und Ciliaten (Wimpertiere). Methodisch haben sich für Freilanduntersuchungen randomisierte Blockanlagen und die Direktzählung aktiver Einzeller in frischen Bodenproben bewährt. Bodentestaceen und -ciliaten sind gleichwertige Indikatorgruppen in jungen Böden, besonders der Nadel- und Laubstreu. Für evolvierte natürliche und kultivierte Böden erscheinen Ciliaten weniger geeignet, da ihre Aktivität durch mikrobielle Stoffwechselprodukte gehemmt ist. Im Vergleich zu den Testaceen zeichnen sie sich durch höhere Teilungs- und Excystierungsraten aus, weshalb sie bessere Kurzzeitindikatoren sind. Schalenamöben haben hingegen von den Protozoen den höchsten Anteil am Energieumsatz im Boden und sollten deshalb keinesfalls unberücksichtigt bleiben. Die bisherigen Studien zeigen, dass die Gemeinschaftsstruktur Behandlungseffekte am besten dokumentiert, da oft gleichzeitig ein Rückgang bzw. eine Zunahme bestimmter Arten zu verzeichnen ist, was durch die Parameter Gesamtindividuen- und Artenzahl verschleiert wird. Eine Identifizierung auf Art- oder zumindest Gattungsniveau ist also erforderlich. In einem Biotop dominieren jedoch in der Regel nur wenige Arten, weshalb es vertretbar erscheint, praxisorientierte Untersuchungen auf relevante Taxa (= Individuendominanz >2%) zu beschränken.