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  • Titel
    Zur Nachhaltigkeit in Land- und Forstwirtschaft
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    2000
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    4355
  • Datensatznummer
    200067640
  • Quelle
  • Abstract
    Nachhaltigkeit ist ein mehrdimensionales Ziel. Das bedeutet, dass Abwägungen zwischen konkurrierenden Zielen vorzunehmen sind. Da Zielgewichtungen subjektiv sind, unterliegt auch die Beurteilung der Nachhaltigkeit eines Landnutzungssystems in der Regel einem subjektivem Urteil. Auch bei der Verfolgung ökologischer Ziele muss man ökonomisch handeln (= "Öko-Effizienz"). Voraussetzung für die Erreichung von mehr Nachhaltigkeit ist die Steigerung der Öko-Effizienz. Vergleiche zwischen dem ökologischen und konventionellen Landbau bewerten die Systeme i.d.R. allein anhand der ökologischen Dimension, setzen diese implizit mit Nachhaltigkeit gleich und vernachlässigen die übrigen Zieldimensionen sowie den Aspekt der Öko-Effizienz. Insofern können diese Vergleiche keine Antwort auf die Frage geben, welches System nachhaltiger sei. Sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Landbau gibt es Reserven hinsichtlich der Öko-Effizienz. Vor allem im Öko-Landbau wird aber die Steigerung der Öko-Effizienz durch die selbst auferlegten Anbaurichtlinien begrenzt. Demzufolge gibt es Landbausysteme, die nachhaltiger als der Öko-Landbau sind. Auch die FSC-zertifierte Forstwirtschaft, arbeitet mit suboptimaler Öko-Effizienz, sodass begründete Zweifel an der pstulierten größeren Nachhaltigkeit im Vergleich zur übrigen Forstwirtschaft bestehen. In der öffentlichen Diskussion über die Nachhaltigkeit land- und forstwirtschaftlicher Nutzungssysteme stehen häufig Maßnahmen im Vordergrund, die plakative, emotionale Aussagen erlauben z.B. "ohne Chemie". Sie suggerieren dem Verbraucher eine größere Nachhaltigkeit der entsprechenden Produktionsprozesse, die gar nicht vorhanden ist. Dadurch besteht die Gefahr, dass der Kauf ökologischer Produkte zu einer Ersatzhandlung wird, die das Gewissen entlastet, aber vom eigentlichen Problem der Nachhaltigkeit eher ablenkt. Zugleich bestimmen immer mehr die Erfordernisse und Möglichkeiten der Kommunikation und nicht nur die Ziele der Nachhaltigkeit die Standards der Produktion im Öko-Landbau und in der FSC-zertifizierten Forstwirtschaft.