Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Zur Anwendung von Waldentwicklungstypen (WET)
  • Paralleltitel
    On the use of forest development types (Waldentwicklungstypen - WET)
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    2000
  • Illustrationen
    27 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    2754
  • Datensatznummer
    200067353
  • Quelle
  • Abstract
    Wie kann die Naturnähe der Bestandesentwicklung zur Optimierung biologischer Automation gefördert werden? In der Bundesforstverwaltung ist der WET ein von Standort und Waldfunktionen bestimmtes Leitbild, das ein größeres sukzessionales Spektrum als bisher einschließt. Der WET umfasst einerseits den zyklischen Umgang mit der jeweils namengebenden Dauerwaldform, die auf verschiedenen Entwicklungsebenen (Anfangs-, Zwischen- und Schlusswald, vgl. 7) gehalten werden kann. Andererseits gehört eine linear-progressive Entwicklung nach möglichen (z.B. militärisch bedingten) Rückschlägen dazu. Zur Beschreibung dienen sog. "WET-Steckbrief" (Bsp.: Tab. 1) und Sukzessionsmodelle. Sie verdeutlichen die zeitliche Dimension von Baumarten- und Strukturveränderungen und geben damit Hinweise für forstliches Tun oder Lassen (Abb. 4). Die Forsteinrichtung (FE) stellt mit den Forstbetrieben in Kurzform ein spezifisches Behandlungskonzept auf ("12-Punkte-Blatt", vgl. 4). Damit kann auch die Überführung noch nicht "§%-konformer Bestandestypen (BT) Richtung WET unterstützt werden (Abb. 3). Ein Anwendungsbeispiel (WET Buche-Edellaubbäume) zeigt, wie der WET mit Ergebnissen aus Stichprobeninventuren (Bundesforstamt Hohenfels/Oberpfalz) und Weiserbeständen (Bundesforstamt Thüringer Wald) zu modellieren ist. Für Buchenbestände mit dauernder Edellaubbaum-Beteiligung werden Optimalvorräte von höchstens 350-400 VFm/ha und die Verjüngung durch Lochhiebe (Abb. 5) empfohlen, die für Stabiltät und Qualitätsentwicklung im Kleinkollektiv vorteilhaft sind. Zur Darstellung (Abb. 2) und (eingeschränkten) Entwicklungsprognose (Abb. 6) von WET-Stadien können Wachstumssimulatoren (hier: BWINPro) hilfreich sein. Da Waldentwicklung meist ein Aufbau- und seltener ein Abbauprozess ist, kann die Festlegung eines WET allein nach den aktuellen Standortsgegebenheiten oder nach der heutigen auf Schlusswälder bezogenen potenziell natürlichen Vegetation (hpnV) zu kurz greifen. Künftig absehbare (Regel-) Entwicklungen, z.B. Verbesserungen der Humuszustände, sollen in die langfristig ausgerichtete. WET-Entscheidung bereits heute einfließen. Häufige Umdefinition des WET im Einzelbestand entspricht kaum einer verlässlichen Projektion für naturnah und funktionell ausgewogene Dauerwaldwirtschaft ("Leuchtturmfunktion" des WET). Meist kostenintensive, ökologisch unvermittelte Bestandeskorrekturen lassen sich via WET als sukzessionsgestütztes und flexibles, daher motivierendes waldbauliches Navigationsmittel besser als bisher auffangen.