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  • Titel
    Historische und aktuelle Situation des Fischotters (Lutra lutra) und seines Lebensraumes in der Nationalparkregion Hohe Tauern. : Situationsanalyse und Massnahmenvorschläge
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1995
  • Illustrationen
    zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    13636
  • Datensatznummer
    200066744
  • Quelle
  • Abstract
    Nachdem bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts im Gebiet der Hohen Tauern regional noch starke Ottervorkommen existierten, schwaechte zwar eine teilweise intensive Bejagung um die Jahrhundertwende diese Bestaende, das endgueltige Verschwinden des Fischotters trat aber erst in den fuenfziger und sechziger Jahren unseres Jahrhunderts ein. Grund dafuer waren wahrscheinlich vor allem die tiefgreifenden Veraenderungen der Gewaesser durch Verbauung, grossangelegte Trockenlegungen von Feuchtgebieten und schliesslich die umfassende energiewirtschaftliche Nutzung der Fluesse und Baeche, wobei in Osttirol und Kaernten wohl zusaetzlich starke Hochwasserkatastrophen das Erloeschen der letzten Restvorkommen mitverursachten. Derzeit konnte im Untersuchungsgebiet keine staendige Population des Otters nchgewiesen werden. Zeitweise halten sich aber offenbar Einzeltiere in der Region auf. Dass der natuerliche Wiederaufbau einer Population bisher dennoch nicht stattfand, kann zum einen durch eine schwache Zuwanderung, zum anderen durch die zu geringe Eignung des Gebietes als Otterlebensraum erklaert werden. Generell zeichnet sich ab, dass die Region Hohe Tauern in ihrem derzeitigen Zustand in weiten Teilen nur eingeschraenkt als Otterlebensraum tauglich ist. Die vorliegende Studie zeigt auch, dass einige an sich gut geeignete Bereiche durch die Auswirkungen der hydroelektrischen Nutzung als Otterlebensraeume weitgehend entwertet sind (z.B. Kaler Tal, Stubachtal). Es wird empfohlen, eine Wiedereinbuergerung Europaeischer Fischotter im Untersuchungsgebiet zum derzeitigen Zeitpunkt nicht vorrangig zu betreiben, weil dem Erfolg einer solchen Aktion aufgrund der Lebensraumsituation eine geringe Wahrscheinlichkeit bescheinigt werden muss. Da eine natuerliche Wiederbesiedelung zumindest teilweise stattzufinden scheint, ist es sinnvoller und einfacher, diese weitestmoeglich zu unterstuetzen. Absolute Priotitaet muss dabei in jedem Fall die Verbesserung der Lebensraumsituation haben. Dies bewirkt 1. dass zuwandernde Otter bessere Bedingungen vorfinden und damit die Chancen fuer eine natuerliche Besiedelung steigen 2. dass auch die notwendigen Grundlagen fuer eine allenfalls noetige spaetere Wiedereinbuergerung geschaffen werden, 3. dass es ueber den Fischotter hinaus insbesondere zu einer weitreichenden oekologischen Aufwertung der Gewaessersituation in der Region kommt, von der alle Lebewesen im und am Wasser sowie das gesamte Landschaftsbild profitieren.