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  • Titel
    Habitatnutzung des Rehwildes (Capreolus capreolus) im Biosphaerenreservat Berchtesgaden. Teil 2
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1994
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    13571
  • Datensatznummer
    200065734
  • Quelle
  • Abstract
    Im Biosphaerenreservat Berchtesgaden wurde im Zeitraum von April bis November 1989 die Habitatnutzung von Rehen radiotelemetrisch untersucht. Fuer ein maennliches und sechs weibliche sendermarkierte Rehe wurden 1229 Funkortungen aufgenommen. Die Homerangegroessen, die mit dem Konvex-Polygon, der Grid-Methode und dem Isoplethen-Modell errechnet wurden, variieren zwischen 29ha und ca. 117ha, der Mittelwert betraegt ca. 52ha. Fuer die Auswertung wurde ein Homerangekonzept erarbeitet, das neben der Groesse und Form auch die Nutzungsverteilung der Tiere innerhalb ihrer Streifgebiete "flaechenbezogen" erfasst. Durch die Analyse der Isoplethenhomeranges mit den im Geographischen Informationssystem nutzbaren Datenstrukturen zeigt sich eine Bevorzugung von Gehoelzsukzessionen und Windwurfflaechen und eine Meidung des Siedlungsbereiches am Tag. In der Nacht sind die untersuchten Rehe ueberproportional haeufiger auf den Wiesen und Weiden anzutreffen. Fichtenforste werden weniger haeufig genutzt als dies nach dessen Flaechenanteil in den Homeranges erwartet werden kann. Aufgrund der beobachteten Nutzungshaeufigkeit pro Landschaftstyp wurde eine potentielle Verbreitungskarte fuer das Rehwild im Biosphaerenreservat erstellt. Etwa 60% des Biosphaerenreservats sind als vom Reh genutzt eingestuft. Fuer den Nationalpark weist die Rechenvorschrift etwa 36% der Flaeche als potentiellen Rehlebensraum aus. Durch eine tageszeitlich differenzierte Auswertung wurden Unterschiede im Raumnutzungsverhalten der Rehe bei verschieden starkem anthropogenen Einfluss deutlich. Eine Klassifizierung der Nutzungshaeufigkeiten laesst einen umgekehrt proportionalen Zusammenhang zwischen der Groesse einer Flaeche innerhalb des Homeranges und der in ihr vorliegenden Nutzungsintensitaet erkennen.