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  • Titel
    Weniger wäre mehr - waldbauliche Illusion oder Chance? : Gründungsversammlung
  • Paralleltitel
    Less could be more - Silvicultural Illusion or Opportunity?
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1999
  • Illustrationen
    10 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    4354
  • Datensatznummer
    200065471
  • Quelle
  • Abstract
    Wann kann im Wald mit weniger waldbaulicher Aktivität trotzdem (oder gerade deswegen) mehr erreicht werden? Eine Sichtung der bisher zu dieser Ausgangsfrage erfolgten Diskussion läßt folgendes erkennen: 1. Echte Ansätze müssen stets einer waldbaulichen Zielorientierung standhalten. Natürliche Prozesse sollen dabei nicht nur weitgehend geschützt (eine Voraussetzung für biologische Automation), sondern zweckgerichtet genützt werden. 2. alle Flächenverfahren sind auf tatsächliche Notwendigkeit hin zu überprüfen. Punktbehandlung reicht oft aus. Durch Investitionen nur auf Teilflächen (z.B. beim Voranbau) läßt sich bei begrenzten Haushaltsmitteln insgesamt eine größere Breitenwirkung erzielen. Allein durch Pflanzungen kann jedoch die Überführung in naturnäheren Wald in absehbarter Zeit nicht gelingen. 3. Die Konzentration forstlicher Maßnahmen auf wenige, aber funktionsintensive Bäume bzw. Teilarbeitsbereiche ist vorteilhaft. Sie muß dafür dauerhaft und konsequent erfolgen. Zwischenfelder sind Extensivbereiche. 4. Die Berücksichtigung sukzessionaler Abläufe führt zu naturnäherer, teilweise zu kostengünstigerer Bestandesentwicklung. Allerdings bergen sie als zufalls-, zeit- und raumoffene Phänomene ohne Beobachtung und ggf. Steuerung Risiken. 5. Pointiert formulierte Weg-Ziel-Rahmenvorgaben, etwa in Form von Waldentwicklungstypen, dienen einer örtlich anzupassenden, variantenreichen Waldentwicklung eher als schlußwaldfixierte Produktionsprogramme mit durch schnittlichen Detailregelungen. Wer wahrscheinliche und doch ungewisse Entwicklungen im Wald abwartet, nur das Notwendige anstößt oder korrigiert, bracht neben Mut und Fachwissen auch ein Maß an Bescheidenheit gegenüber dem, was außerhalb von uns geschieht.