Titel
Die Forstwirtschaft in der Stadt Tallinn/Reval - ein historischer Zugang
Paralleltitel
The forests of the city of Tallinn (Reval) - a historical approach = La gestion forestière de la ville de Tallinn/Reval - aspect historique
Verfasser
Erscheinungsjahr
2000
Illustrationen
37 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
621
Datensatznummer
200065225
Quelle
Abstract
Im Jahre 1940 gehörten Tallinn 2878 ha Wald; insgesamt 22% der Gesamtfläche der Stadtwälder Estlands (13100 ha). Im 12. Jh. erhielt Tallinn seine Stadtrechte. Zu dieser Zeit betrug die Fläche der Stadmark ungefähr 83 km¬, darunter gab es auch Waldflächen. Bis Ende des 17. Jh. gehörten der Stadt noch die waldreichen Inseln (mit etwa 22 km¬ Waldfläche) Nargen und Wulf in der Tallinner Bucht. Ausserdem besaß die Stadt in ihrer nächsten Umgebung Güter, denen Waldungen gehörten. Die Nutzung der Stadtwälder stand unter der Aufsicht des Stadtmagistrates; sie dienten vorrangig der Befriedigung des Holzbedarfs. Zur gegenwärtigen Form der Waldwirtschaft kam man in Tallinn in den 1860er Jahren. In jener Zeit wurde die Amtsstelle eines Oberförsters geschaffen. Es bildete sich die Forstverwaltung heraus, die Flurbereinigungen wurden angeordnet, es wurde zur regelmäßigen Kahlschlägen übergegangen und mit forstwirtschaftlichen Arbeiten angefangen. Man begann, die brachliegenden Ländereien in den administrativen Grenzen der Stadt aufzuforsten, darunter etwa 160 ha Sandflächen am See Ülemiste. Auf den Wiesen der Halbinsel Koppel gestaltete man einen artenreichen Parkwald mit einheimischen und fremdländischen Baumarten. Ende des 19. Jh. begrenzte man die bisherige Waldnutzung im Walde von Pirita, den man als einen Ort für Sommerfrische und Erholung genutzt hat. Aus disem Wald bildete man einen Parkwald. Bei der Bewirtschaftung der Wälder, die in den Verwaltungsgrenzen oder der nächsten Umgebung der Stadt lagen, ging man Ende des 19. Jh. von dem Aspekt des Umweltschutzes und der Erholungswirtschaft aus. In den Forsten wurde eine zeitgemäße und pflegliche Forstwirtschaft praktiziert. Besondere Aufmerksamkeit wandte man der Wiederherstellung bzw. der Steigerung der Produktionsleitung des Waldes (und den Meliorationsarbeiten) zu. Man hat die Wälder der Stadt Tallinn auf einem bemerkenswert guten Niveau bewirtschaftet, ist den ausgebildeten Richtungen gefolgt und hat sie auch in der Periode der Republik Estland weiterentwickelt.