Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Zielstärkennutzung und Borkenkäferbefall : 50 [Fünfzig] Jahre Institut für Pflanzenschutz im Forst der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft
  • Paralleltitel
    Girth limit felling and bark beetle attack
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    2000
  • Illustrationen
    1 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    4699
  • Datensatznummer
    200064424
  • Quelle
  • Abstract
    Die für den Befall durch Buchdrucker (Ips typographus) in Betracht kommenden Fichtenbestände einer Harzer Försterei wurden im Herbst 1998 vollflächig auf stehend befallene Fichten durchsucht und den (nur für 1997 und 1998 geltenden) Nutzungskategorien Zielstärkennutzung, normale Nutzung (Durchforstung) und keine Nutzung (außer Sammelhieb) zugeordnet. Auf 60 Transsekten in 100 m Abstand wurden 183 im Bestand verbliebene Resthölzer (Zöpfe und Stammstücke) vermessen und auf Borkenkäferbefall untersucht. Der Durchmesser der Resthölzer lag zwischen 11 und 41 cm und beeinflusste in diesem Stärkerahmen den Befall durch Buchdrucker, hier seine erfolgreiche Ausnutzung der Rindenfläche, nur unwesentlich. Auch der Überschirmungsgrad, und damit die Belichtung, der Resthölzer ließ keinen Zusammenhang mit diesem Befallsparameter erkennen. Es zeigte sich jedoch ein hochsignifikanter Einfluss der Nutzungsart auf den benachbarten Stehendbefall - derart, dass in zielstärkengenutzten Beständen doppelt so viele Käferlöcher und dreimal soviel Einzelbefall auftraten, als nach der Nutzungsfläche zu erwarten war. Der Stehendbefall war ebenfalls abhängig von der Gesamtgröße der Fläche der erfolgreichen Buchdruckerbrutbilder auf Resthölzern im selben Bestand, also letztlich von der Gesamtmenge der ausgeflogenen Jungkäfer. Zöpfe ab 10-15 cm aus Zielstärkennutzung, vermutlich auch aus Altdurchforstungen, stellen also ein Gefahrenpotential dar, das umso größer ist, je mehr solcher Resthölzer im Bestand verbleiben und je erfolgreicher diese vom Buchdrucker besiedelt werden. Das von Zopfstücken ausgehende Stehendbefallsrisiko bestätigt auch THIEL (1998) aufgrund von vergleichenden Untersuchungen der Besiedlung von Zöpfen und 1 m langen Stamm-Endstücken durch Buchdrucker in Thüringen. Wünschenswert wären weitere Untersuchungen zu diesem Thema in anderen Revieren.