Titel
Stickstoffausträge mit dem Sickerwasser aus Waldökosystemen : Wirkungskomplex Stickstoff und Wald
Verfasser
Erscheinungsjahr
1995
Illustrationen
50 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
14313
Datensatznummer
200063156
Quelle
Abstract
Die Stickstoffbilanzen der 27 in die Auswertung einbezogenen Fallstudien aus der Bundesrepublik Deutschland deuten darauf hin, daß Waldstandorte mit einem Gesamtstickstoffaustrag in gleicher Höhe oder oberhalb des Gesamtstickstoffeintrags noch verhältnismäßig selten, Standorte mit nennenswerten Stickstoffausträgen, an denen bereits mehr als die Hälfte des atmogenen N-Eintrags das Ökosystem via Sickerwasser wieder verläßt, aber bereits häufig sind. Außer von der atmogenen N-Zufuhr wird das Ausmaß des Stickstoffaustrags im wesentlichen von der Stickstofffixierungskapazität des Ökosystems durch Immobilisierung durch Bodenorganismen und durch Einbau in den Biomassezuwachs der Vegetation bestimmt. Geringe N-Austräge treten daher insbesondere in durch frühere Übernutzungen Stickstoff-abgemagerten Waldökosystemen und in Laubholzökosystemen auf nährstoffarmen Bodensubstraten auf. Auffällig hohe Austräge sind nach Umwandlung von Laubholzbestockung in Fichtenbestände vor allem auf etwas nährstoffreicheren Bodensubstraten zu beobachten. Der durch den Bestockungswandel ausgelöste Stickstoffvorratsabbau kann anscheinend zwei Fichtengenerationen anhalten. Auch in Fichtenerstaufforstungen nach landwirtschaftlicher Nutzung sind langanhaltend hohe N-Austräge festzustellen. Bei Kahllagen durch Sturmwurf oder Kahlschlag können erhebliche N-Austräge von bis zu einigen hundert kg/ha auftreten. Das Ausmaß der Stickstoffausträge hängt anscheinend vor allem von der Ausgangssituation (Stickstoffvorrat, Nitrifikationsbedingungen, Vorhandensein von Bodenvegetation) und der Vegetationsentwicklung auf der Kahlfläche ab. Hohe Austräge sind auf durchlässigen, nährstoffreichen Böden zu erwarten, vor allem wenn sich die Wiederbegründung der Kahlfläche verzögert. Oberflächenkalkungen mit kohlensaurem Kalk oder Dolomit führen in N-limitierten Nadelholzökosystemen und in Laubholzökosystemen auf nährstoffarmen Standorten auch bei sehr hohen Aufwandmengen nicht zu erhöhten Nitratausträgen, anscheinen, da der in der Humusauflage freigesetzte Stickstoff vollständig von Bodenorganismen aufgenommen oder in den durch die Verbesserung der Ca- und Mg-Versorgung angeregten Biomassemehrzuwachs der Vegetation eingebaut wird.