Titel
Attraktivität und Bruttauglichkeit unverwertbarer Fichten-Kronenhölzer und rotfauler Fichten-Erdstammstücke für Borkenkäfer
Paralleltitel
Attractivity and Breeding Suitability of Residual Topwood and Logs with Redrot for Spruce Bark Beetles
Verfasser
Erscheinungsjahr
2000
Illustrationen
16 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
4354
Datensatznummer
200062704
Quelle
Abstract
Langjährige Beobachtungen - gestützt durch ergänzende Versuche in fünf hessischen Forstämtern - zeigen, dass durch mechanische Maßnahmen (Kleinschneiden bzw. Streifen) die Attraktivität von Zopfholz bzw. rotfaulen Meterrollen in der Hiebszeit von Dezember bis maximal Februar für primäre Rindenbrüter (Ips typographus und Pityogenes chalcographus) bis zum Beginn der Flugzeit genommen bzw. stark eingeschränkt werden kann. Diese Maßnahmen entbinden nicht von der Verpflichtung, in zeitlichen Abständen die Restholzstücke auf Befall und Brutentwicklung zu kontrollieren. In der Einschlagszeit von März bis August ist ein sicherer Brutraumentzug durch Streifen bzw. Kleinschneiden nicht möglich, da sich ihre Befallseignung in dieser Zeit durch diese Maßnahmen nicht entscheidend mindern lässt. Solche Maßnahmen können gerade in der Flugzeit von Buchdrucker und Kupferstecher durch die erhöhte Freisetzung von Rindenduftstoffen eine stärkere Besiedlung der Resthölzer auslösen. Fichtenhiebe in der Zeit von September bis November sind aus Waldschutzsicht i.d.R. unproblematisch und risikoarm. Fichtenzöpfe und unverwertbare, rotfaule Meterrollen sind im allgemeinen bis zum Beginn der Flugzeit von Buchdrucker und Kupferstecher für eine Besiedlung nicht mehr attraktiv, so dass zusätzliche Maßnahmen wie Kleinschneiden bzw. Streifen nicht notwendig sind. Auf die Bedeutung des Totholzes als Lebensraum zahlreicher Insektenarten wird hingewiesen, wobei in Fichtenwäldern aufgrund des Waldschutzrisikos eine Totholzförderung in begrenztem Rahmen nur im Herbst und Winter möglich ist.