Titel
Solitaerflaechen - ein Beitrag zur Biodiversitaet : Floristische und oekologische Analyse der spontanen Vegetation auf Nadelbaum- "Solitaerflaechen"
Verfasser
Erscheinungsjahr
1996
Illustrationen
53 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
5235
Datensatznummer
200061121
Quelle
Abstract
Im Rahmen des sogenannten "Solitaerprogramms" - eines waldbaulichen Versuchsprogramms in Suedwestdeutschland mit weitstaendig gestellten 3 bis 5m hohen Fichten, Tannen und Douglasien - wurde in 7 Versuchsgebieten mit 4 Varianten auf insgesamt 24 Feldern die Bodenvegetation im Hinblick auf die sich ausbildenden Pflanzengemeinschaften und ihre Biodiversitaet untersucht. Die urspruenglich dichtstaendig, natuerlich oder kuenstlich begruendeten Nadelbaum-Probeflaechen befinden sich anstelle urspruenglicher Buchen- und Buchen-Tannen-Waelder in den wichtigsten Grosslandschaften und auf ihren charakteristischen Substrattypen. Zwischen den konkurrenzfrei erwachsenden Fichten- und Douglasien-"Solitaeren" bilden sich artenreiche Mischgemeinschaften der Bodenvegetation aus, wie sie auch von Schlaggesellschaften bekannt sind. Sie enthalten in landschafts- und standortstypischer Auspraegung Vegetationselemente der natuerlichen Waldgesellschaften (Arten fast aller oekologischen Artengruppen der Waelder) und anderer Vegetationsformationen (Schlag- und Vorwaldgesellschaften, Ruderalarten, Wiesenarten, Saum- und Waldrandarten, natuerliche Rasengesellschaften). Diese komplexen Pflanzengemeinschaften entstehen aus dem Potential der vorhandenen Vegetationsreste, der Samenbanken und der wind- und tierbuertigen Diasporeneintraege. Die Diversitaet nach Shannon-Wiener faellt von den naehrstoffreicheren, kalkbeeinflussten Standorten zu den Silikatstandorten ab, da sie wesentlich von der Zahl der regional- und standortstypisch vorkommenden Arten bestimmt wird. Es bilden sich abwechslungsreiche Horizontalstrukturen durch die Ausbildung von standortstypischen Fazies (Dominanbestaenden) aus, deren Anzahl ebenfalls im kalkbeeinflussten Standortsbereich groesser ist. Hier sind mehr Arten praegend an der Gesellschaftsausbildung beteiligt als auf Silikatstandorten. Es ist davon auszugehen, dass die Pflanzengemeinschaften einem schnellen Wandel der beteiligten und zur Dominanz gelangenden Arten unterworfen sind und sich damit auch die Biodiversitaet und ihre messbaren Parameter schnell aendern. Aus der Artenzusammensetzung errechnet sich eine starke kleinraeumige Variation der Indikatorwerte bezueglich Stickstoff- und Bodenreaktion. Die Arten koennen oertlich inhomogen verteilt sein, wie Evennesswerte bis zu nur 50% veranschaulichen.