Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Waldbewirtschaftungskonzepte für stark belastete Waldgebiete des Mühlviertels - Synopse
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1994
  • Illustrationen
    49 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    12985
  • Datensatznummer
    200060782
  • Quelle
  • Abstract
    Das Fallstudienkonzept der Forschungsinitiative gegen das Waldsterben (Führer, 1994) beabsichtigt für ein jeweils gegebenes Gebiet und einen jeweils typischen Fall, eine multiple Stress- und Belastungsdiagnose vorzunehmen. Darauf aufbauend, sind die diversen Belastungen des Waldökosystems zu gewichten und zu bewerten und als Folgerung jeweils fallspezifische Sanierungsmassnahmen in Form eines Waldbewirtschaftungskonzeptes abzuleiten. Die vorliegende Arbeit stellt die Synopse der ersten Fallstudie vor, an der fünf Arbeitsgruppen im österreichischen Teil des Böhmerwaldes gearbeitet haben. Schon seit 1983 wurden in diesem Gebiet Vitalitätsminderungen in den Beständen registriert. Da die meisten Betriebe dieses Raumes als Naturverjüngungsbetriebe gelten, im Betrieb des Stiftes Schlägl gleichzeitig unter strenger Vermeidung des Kahlschlages ausschliesslich Einzelstammnutzung erfolgt, bereitet darüber hinaus das örtliche Ausbleiben der Naturverjüngung grössere Sorgen. Eine Kalamität der Fichtengespinstblattwespe mit Kahlfrass lässt weiters Bestandesauflichtungen befürchten, die zu Windwürfen führen, nach denen die Naturverjüngung erst recht wieder ein Problem darstellt. Eine multiple Stress- und Gefahrendiagnose ergab: - NOx und wohl auch SO2 kamen als allgemeine und wesentliche Verursacher der beobachteten Vitalitätsminderungen (Nadelverluste, Vergilbungen) eher nicht in Frage. Nur Ozon wurde während der ganzen Beobachtungszeit in relativ hohen Konzentrationen angetroffen. Die von Grill (1994) vorgefundenen baumphysiologischen Muster (Pigmente und Enzyme) wurden von den Autoren als Weiser für photo-oxidative Prozesse an und in den Nadeln interpretiert. Havranek et al. (1989) und viele andere fanden jedoch, dass selbst bei wesentlich höheren Ozonkonzentrationen keine negativen Effekte hinsichtlich der Photosynthese der Fichte auftraten, es sei denn, dass Wechselwirkungen mit anderen Belastungen (saure Niederschlaege, SO2) bestanden. - Bodenversauerung und daraus folgende Nährstoffverarmung wurde als einer der wichtigsten Faktoren ausgemacht, der die beobachteten Phänomene der Vitalitätsminderung, des Ausbleibens der Naturverjüngung und sogar erhöhter Aluminiumkonzentrationen in den umgebenden Bächen erklärt. Die Reversibilität dieser Merkmale in entsprechenden Düngungsversuchen kann als entsprechender Nachweis gewertet werden. Diese Bodenversauerung ist ein Summationseffekt des primär armen Ausgangsmaterials für die Bodenbildung (insbesondere Kalzium und Magnesium), der weiteren Verarmung im Zuge der holozänen Bodenbildung, der historischen Landnutzungen wie Streunutzung, Waldweide, Biomassenausträge für die umliegende Glashüttenindustrie, weiterer Austräge durch die Grosskahlschläge und die Aufforstung mit reiner Fichte und nicht zuletzt des Eintrages von Säuren und Säurebildnern.