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  • Titel
    Leitlinien für die Renaturierung süddeutscher Moore
  • Paralleltitel
    Guidelines for mire restoration in southern Germany
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1999
  • Illustrationen
    98 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    8630
  • Datensatznummer
    200060434
  • Quelle
  • Abstract
    Rund 90% der Nieder- und ca. 50% der Hochmoore sind in Süddeutschland renaturierungsbedürftig; sie erfüllen nicht oder nur ungenügend die Funktionen ökologisch intakter Moore (Stoffspeicherung als Senken in Landschaftshaushalt, Retention von Überschußwasser, Lebensraum für an Wasserüberschuß und ggf. Nährstoffmangel angepaßte Arten). Primäres Reanturierungsziel ist Moorwachstum. Die hierfür notwendigen Vernässungsmaßnahmen bestehen in möglichst ganzjährigem Überstau bei stark degradierten Niedermooren; in vorentwässerten Hochmooren ist Grabenanstau, in industriell abgebauten Hochmooren die Austorfung bis in den Moorwasserspiegel hinein (Torfstichsimulation) zielführend. Ansaat bzw. Pflanzung von Pionierarten, unter ombrotrophen Bedingungen ggf. eine leichte PK-Startdüngung beschleunigen den Wiederbesiedlungsprozeß. Auf vorher gedüngtem, vererdetem Niedermoor führt die totale Vernässung zu hochproduktiven Röhrichten und Seggenriedern; solche Flächen können zur Reinigung belasteter Fließgewässer eingesetzt werden (Aktivierung der Senkenfunktion). In Einzelfällen kann die Phytomasse für industrielle Zwecke abgeschöpft werden. Auf nicht oder nur winterlich vernäßbaren Niedermooren wird eine Kombination aus Aushagerung und Ansaat mittels Mähgut vorgeschlagen, mit der artenreiches Feuchtgrünland ohne großen finanziellen Aufwand aufgebaut werden kann. Es empfiehlt sich, extenisve Bewirtschaftungsformen zu etablieren (z.B. Mutterkuhhaltung, Jungviehweide), um die neuen Feuchtwiesen langfristig zu sichern.