- TitelVergleichende bodenchemische Untersuchungen ueber eine moegliche Veraenderung von Bodeneigenschaften innerhalb der letzten 20-30 Jahre an Bodenproben unterschiedlicher Waldstandorte Nordrhein-Westfalens (FP 38) : Luftverunreinigungen und Waldschaeden
- Verfasser
- Erscheinungsjahr1991
- Illustrationen12 Abb., 2 Tab., 25 Lit. Ang.
- MaterialUnselbständiges Werk
- Standardsignatur12968
- Datensatznummer200059757
- Quelle
- AbstractIm Zuge der Bodenkartierung fuer die forstliche Standorterkundung wurde in der Westfaelischen Bucht und ihren noerdlichen Randgebieten zwischen 1959 und 1961 eine groessere Anzahl von Bodeneinschlaegen angelegt und horizontweise beprobt. Saemtliche Bodenproben wurden archiviert, so dass nach zwei Wiederholungsbeprobungen in den Jahren 1981 und 1988 Proben aus drei verschiedenen Jahrgaengen nach aktuellen bodenchemischen Methoden analysiert werden konnten. Dabei wurden an insgesamt 378 Bodenproben die pH- Werte, die effektive Austauschkapazitaet und die Austauscherbelegung, die Schwermetall-Gesamtgehalte sowie die Gehalte an organisch gebundenem Kohlen- und Stickstoff bestimmt. Nach einer standoertlich differenzierten Bewertung der zeitlichen Veraenderung o.g. Analysenparameter sind Waldboeden, die noch zu Beginn der 60er Jahre mittlere bis hohe Naehrstoffgehalte aufwiesen, durch den Eintrag von Saeuren und Saeurebildnern besonders in Mitleidenschaft gezogen. Gerade hier kann nicht nur eine deutliche Zunahme der Versauerung im Oberboden, sondern auch ein Fortschreiten der Versauerungsfront in tiefere Bodenhorizonte belegt werden. Eine signifikante Verringerung der pH-Werte und der Basengehalte zugunsten des austauschbaren Al3+ und H+ geht mit einer deutlichen Schwermetall-Mobilisierung einher. In humosen Bodenhorizonten wurde ein Anstieg der C- und N-Gehalte, eine Erweiterung der C/N-Verhaeltnisse und ein drastischer Rueckgang der Ca++- Gesamtgehalte nachgewiesen. Diese Veraenderungen, die mit einer im Gelaende beobachteten Verschlechterung der Humusformen einhergehen und einen Rueckgang der biologischen Aktivitaet im Oberboden belegen, haben integrative Aussagekraft fuer die Auswirkung anthropogener Saeureeintraege. Zur Sicherung von Standortbedingungen und zur Aufrechterhaltung standoertlicher Unterschiede wird empfohlen, Waldboeden, die zum heutigen Zeitpunkt noch nicht extrem versauert sind, vordringlich fuer Bodenschutzkalkungen in Betracht zu ziehen.
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- Klassifikation
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