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  • Titel
    Schluckimpfung gegen Schweinepest. Erfolgreicher Grossversuch
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1996
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    6575
  • Datensatznummer
    200058566
  • Quelle
  • Abstract
    Die erstmalig durchgefuehrte grossflaechige Auslage von Impfkoedern zur Bekaempfung der Schweinepest beim Schwarzwild brachte unter den geschilderten kontrollierten Bedingungen ein ermutigendes Ergebnis. Das Schwarzwild hat allerdings mit seiner Neigung zum Vagabundieren sowie den unterschiedlichen Bestandsstrukturen und -dichten und dem staendigen Wechsel des Einstandes abhaengig von Aesungsangebot und Witterung zahlreiche Impfhandikaps, die gegenueber der Fuchsimpfung zu einer geringeren Koederaufnahme fuehrten. Da Koederaufnahme und Antikoerperbildung in engem Zusammenhang stehen, muss bei kuenftigen Wiederholungen oder Ausweitungen solcher Impfmassnahmen vor allem versucht werden, das Ergebnis der Koederaufnahme zu verbessern. Das fruehe Abklingen der Schweinepest in einem verseuchten Schwarzwildgebiet und die erfolgreiche Bildung eines Impfriegels koennen Beispiel geben fuer andere Gebiete und sind nach unserer Kenntnis in Mecklenburg-Vorpommern bereits in groesserem Umfang in Erprobung. Die Schluckimpfung von Schwarzwild kann neben der unbedingt notwendigen starken Bejagung eine wirksame Massnahme sein, um das Pestgeschehen in Wildbestaenden schnellstmoeglich einzudaemmern. Sie ist in jedem Fall oekonomisch sinnvoll: Zwei Jahre Wildschweineschluckimpfung kosteten im Landkreis Soltau-Fallingbostel 90 000 DM. Die im selben Bereich durch Wildschweine direkt oder indirekt ausgeloesten Hausschweinepestausbrueche verursachten direkte Schaeden zwischen 120 000 und 750 000 DM pro Bestand! Das Ziel dieser zeitlich begrenzten Massnahme war die Tilgung einer gefaehrlichen Wildseuche beim Schwarzwild, bei der es darum ging, die Krankheit, die zu grossen wirtschaftlichen Schaeden bei Wild- und Haustieren fuehrt, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu bekaempfen. Es ist Aufgabe des Jaegers, die Gesundheit des Wildes zu schuetzen, besonders wenn der in seinem Umfeld lebende Mensch vor Schaeden durch Wildseuchen bewahrt werden muss.