Titel
Zur Habitatnutzung des Marderhundes Nyctereutes procyonioides (Gray, 1834) in der uckermärkischen Agrarlandschaft : Ergebnisse zur Populationsdichte und -dynamik
Paralleltitel
Habitat use of the raccoon dog Nyctereutes procyonoides (Gray, 1834) in teh Uckermark agricultural region
Verfasser
Erscheinungsjahr
1999
Illustrationen
2 Abb., 2 Tab., 29 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
8871
Datensatznummer
200056751
Quelle
Abstract
In den Jahren 1997 und 1998 wurden im ca. 1000 km¬ großen Untersuchungsraum, dem Altkreis Angermünde und ehemaligen Stadtkreis Schwedt (Landkreis Uckermark), Untersuchungen zur Populationsdichte und -dynamik beim Marderhund, Nyctereutes procyonoides (Gray, 1834), durchgeführt. Die Marderhundstrecke im Untersuchungsraum erhöhte sich innerhalb von 5 Jahren um das Zehnfache, was als Ausdruck eines Populationsanstieges angesehen wird. In einem ca. 83 km¬ großen, mit 90% vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Untersuchungsgebiet im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und im angrenzenden, ca. 9 km¬ großen Forstrevier Wilmersdorf wurden in beiden Untersuchungsjahren Freilanduntersuchungen zur Habitatnutzung und zur Populationsdichtebestimmung beim Marderhund durchgeführt. Auf der Grundlage von Wurfbaukartierungen, Sichtbeobachtungen, Welpenerlegungen und -fängen sowie Unfällen konnte für das Untersuchungsgebiet ein Frühjahrsbesatz von 0,12-0,22 Marderhunden/km¬ und ein Sommerbesatz von bis zu 0,87 Marderhunden/km¬ ermittelt werden, die jeweils als Mindestbesätze angesehen werden müssen. Weniger als 1% der verfügbaren Baue wurden als Marderhundwurfbaue genutzt, so daß von vorwiegend oberirdischen Wurfplätzen ausgegangen werden muß. An einem Wurfbau wurde der für Marderhunde typische Kotplatz gefunden, der als wichtiges Anzeichen für die Anwesenheit von Marderhundwelpen angesehen wird. In der Diskussion wird auf die Dunkelziffer bei der Poplationsdichtebestimmung hingewiesen, und mögliche Ursachen des Populationsanstieges werden dargestellt.