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  • Titel
    Die Wideransiedlung des Linzer Auhirsches - machbar oder unrealistisch?
  • Paralleltitel
    Reintroduction of the lowland red deer of Linz - Practicable or unrealistic?
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1998
  • Illustrationen
    36 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    5546
  • Datensatznummer
    200056481
  • Quelle
  • Abstract
    Der Zweck dieser Studie war, die ökologische und technische Machbarkeit einer Auhirsch-Wiedereinbürgerung zu untersuchen und ihre Realisierbarkeit unter den gegebenen anthropogenen Rahmenbedingungen zu prüfen. In den potentiellen Rotwildlebensräumen, den Auwäldern zwischen Lin/Ebelsberg und Ardagger wurden zur Überprüfung der Rotwildtauglichkeit bei mehrwöchigen Freilanderhebungen die Kriterien: Einstandstauglichkeit (Ruhefaktor, Deckung, Einstandsgröße, Witterungsschutz), Äsungsangebot, (Äsungsqualität, Äsungsquantität, Verfügbarkeit), Schadensanfälligkeit (Forstliche Schadensanfälligkeit, Landwirtschaftliche Schadensanfälligkeit) und Menschliche Einflüsse (Tourismus, Siedlungen, Militärische Übungen, Forstwirtschaft, Wasserbau, Jagd) untersucht. Anhand der Ergebnisse dieser Freilanderhebungen wurden geeignete Rotwildlebensräume ausgeschieden und die erforderliche Lebensraumgröße für eine lebensfähige Rotwildpopulation ermittelt. Weiters wurden - bezugnehmend auf die festgestellten Probleme und Problembereiche und mit besonderer Berücksichtigung der forstlichen Aspekte - vorbereitende und begleitende Maßnahmen für eine Auhirsch-Wiedereinbürgerung erarbeitet. Abschließend wurde ein Konzept für die Durchfürhrung einer Auhirsch-Wiedereinbürgerung entwickelt. Die Untersuchungen haben gezeigt, daß die Auwälder zwischen Linz und Mauthausen derzeit nur sehr eingeschränkt rotwildtauglich sind und daher eine Auhirsch-Wiedereinbürgerung (entsprechende Akzeptanz der maßgeblichen Waldbesitzer vorausgesetzt) nur mit umfangreichen Vorbereitungs- und Begleitmaßnahmen möglich wäre. Sie könnte nur bei optimaler vorheriger Gestaltung des potentiellen Rotwildlebensraumes (bessere Altarmdotation, Optimierung der Verbindungspassagen zwischen den Auwaldkomplexen, Schaffung von Sichtschutzhecken für die offenen Äsungsflächen, Verbesserung der Waldstruktur etc.), weiters nur bei Gewährleistung eiens guten Besucherlenkungskonzeptes sowie nur bei vollständiger Intaktheit der heikelsten Verbindungspassage der Auwälder bei der Ennsmündung durchgeführt werden. Da die Intakheit der Verbingdungspassage der Auwälder bei der Ennsmündung durch den Ausbau des Ennshafens nicht mehr gegeben ist und auch die erforderliche Ruhigstellung der Einstandsgebiete kaum erreichbar ist, muß von einer Auhirsch-Wiedereinbürgerung in den Auwäldern zwischen Linz und Mauthausen eher abgeraten werden. Wird aufgrund der Ergebnisse dieser Studie östlich von Linz eine Auhirsch-Wiedereinbürgerung angestrebt, so sollte sie vorerst in dem zur Zeit besser geeigneten Auwaldbereich zwischen Mauthausen und Ardagger begonnen werden, da hier der potentielle Rotwildlebensraum auch ohne umfangreiche vorherige Lebensraumverbesserungen für eine lebensfähige Rotwildpopulation geeignet ist. Die Erhebungen über die Machbarkeit einer Auhirsch-Wiederansiedlung haben weiters gezeigt, daß der Auhirsch eine Weiserart für den Wildlebensraum der Donauauen zwischen Linz und Ardagger ist, da die Antwort auf die Frage, ob eine Auhirsch-Wiederansiedlung machbar und realisierbar ist, auch beachtliche Aussagekraft über die Intaktheit der untersuchten Wildlebensräume hat. Die in dieser Machbarkeitsstudie festgestellten Probleme und Problembereiche, die einer Auhirsch-Wiederansiedlung entgegenstehen, stellen auch für viele hier lebende Wildarten, aber auch für manche Pflanzenarten, ernsthafte Probleme dar.