Titel
Die Zerstoerung eines Bergwalds in Kenia: Beispiele des Zusammenwirkens von Mensch und Grosswild
Verfasser
Erscheinungsjahr
1992
Illustrationen
57 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
6322
Datensatznummer
200055721
Quelle
Abstract
Die Hochgebirge Ostafrikas (Virunga Vulkane, Ruwenzori, Mt. Elgon, Aberdare Mountains, Mt. Kenya, Mt. Meru und Kilimanjaro) bieten einzigartige Lebensraeume mit einem hohen Anteil an endemischen Arten, d.h. an Pflanzen und Tieren, die nur in einem relativ begrenzten Areal vorkommen. Diese am Aequator gelegenen Gebirge ragen als kalte 'Inseln' aus dem dicht besiedelten, waermeren und vielfach intensiv landwirtschaftlich genutzten Tiefland. Sie sind wichtige Refugien fuer Pflanzen und Tiere, und spielen eine wesentliche Rolle als Wassereinzugsgebiete. Natuerlich sind sie auch touristische Attraktionen. Ihr hoher sozio-oekonomischer Wert ist durch die Bevoelkerungsexplosion, den damit verbundenen Landhunger und die zunehmende Umwandlung von Naturwaeldern in Forstplantagen in immer groesserem Mass gefaehrdet. Etwa 2,3% Kenias sind bewaldet und die Waelder des Aberdare Gebirges, das nicht nur von der Hoehe her, sondern auch vom Bekanntheitsgrad "im Schatten" des Mt. Kenya liegt, tragen mit mehr als 10% dazu bei (Coute et al. 1981). In diesem Gebirge wurde 1950 ein Nationalpark gegruendet, der heute fast 766 Quadratkilometer umfasst, mit einer einzigartigen Vegetation von submontanen immergruenen Waeldern bis hinauf zu den endemischen afroalpinen Pflanzengesellschaften. Ausserdem ist dieser Park ein idealer Lebensraum fuer viele Tierarten, wie z.B. das stark gefaehrdete Schwarze Nashorn (Diceros bicornis L.) und die oestliche Unterart der Bongo Antilope (Tragelaphus eurycerus isaaci Thomas). Die Populationsdichte des Schwarzen Nashorns hat im Laufe der letzten Jahre in Kenia stark abgenommen und zwar hauptsaechlich durch Wilderei, aber auch durch Zerstoerung bzw. agraische Nutzung seines Lebensraums. 1970 wurde die Population des Schwarzen Nashorns auf etwa 20 000 Tiere geschaetzt, 1990 wurden nur noch 369 Nashoerner in ganz Kenia gezaehlt; von diesen leben 41 in den Aberdares (Goss 1990). Seit 1985 wird nun versucht, dass Schwarze Nashorn in speziellen Nashorn-Schutzgebieten vor Wilderern zu schuetzen (Ministry of Tourism and Wildlife 1985). In dem nach Osten vorspringenden Teil des Aberdare Nationalparks, dem sogenannten Salient, wird derzeit das zweite Nashorn-Schutzgebiet Kenias eingerichtet. In diesem Zusammenhang wurde 1986 vom "Ministry of Tourism and Wildlife" (neuer Name "Kenya Wildlife Service") die Kartierung der Vegetation des Aberdare Nationalparks initiiert. Die Klassifizierung und Kartierung der Vegetation des Aberdare Nationalparks unter Anwendung einer klassischen Methode der Vegetationskunde (Braun-Blanquet 1964), in der sich beschreibende Elemente mit einer kausalen Analyse der Standortfaktoren verbinden, soll Informationen fuer Planung und Management des Nashorn-Schutzgebietes wie auch des gesamten Nationalparks liefern. Die Studie wurde im Rahmen einer Doktorarbeit an der Universitaet Bayreuth angefertigt und ist in voller Laen..