Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Waldentwicklung und Verbißsituation auf der Sanierungsfläche Karlstein des Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V. im Berchtesgadener Land : Ergebnisse 10jähriger Beobachtung
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1999
  • Illustrationen
    8 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    6322
  • Datensatznummer
    200054872
  • Quelle
  • Abstract
    Neuartige Waldschäden und überhöhte Wildbestände haben in den letzten Jahrzehnten die Bergwaldproblematik im Bayerischen Alpenraum verschärft. Die Vergreisung der Waldbestände und ausbleibende Naturverjüngung gefährden die Schutzfunktionen. Ziel des Pilotprojektes Karlstein im Berchtesgadener Land, das von der Stiftung "Wald in Not" großzügig finanziert und vom Deutschen Alpenverein in Zusammenarbeit mit Experten seit mehr als 10 Jahren intensiv betreut wird, ist es, Strategien zur Sanierung geschädigter Bergwaldbestände zu entwickeln und ihre Wirksamkeit zu erproben. Dabei wird neben Vitalitätsentwicklung und Zuwachsgeschehen des Altbestandes der Einfluß des Wildverbisses auf Artenzusammensetzung und Wuchsdynamik der Verjüngung analysiert. Die Vitalitätsansprache des Kiefernaltbestandes ergab, daß auf der Versuchsfläche die deutlichen Schäden mit einem Anteil von 64% dominieren. Allerdings war, abgesehen von wenigen Kiefern, die im Beobachtungszeitraum ausfielen, keine signifikante Verschlechterung der Kronenvitalität festzustellen. Die einzelnen Versuchsvarianten unterscheiden sich in ihrer Bestandesstruktur deutlich: Während ein Teil der Versuchsfläche kaum Unterbrechungen im Bestandesgefüge aufweist und Vorräte von knapp 200 Festmetern pro Hektar erreicht, sind die geringer bevorrateten Parzellen sehr lückig. Den Zuwachsmessungen zufolge zeigt der Kiefernaltbestand ebenso wie die truppweise beigemischte, etwa 35jährige Buche ein den ungünstigen Standortbedingungen entsprechendes, langsames Wachstum. Bei stark geschädigten Kiefern tritt seit etwa 15 Jahren ein drastischer Rückgang des Zuwachses in Erscheinung. Beziehungen zwischen Witterungsparametern und der jährlichen Zuwachsleistung konnten bei den Altbestandskiefern nicht gefunden werden, bei jüngeren Kiefern dagegen waren ausgeprägte Zusammenhänge nachweisbar. Die Verbißinventur dokumentiert, daß auf den gezäunten Parzellen der Anteil an verbissenen Verjüngungspflanzen gering ist und fast allen in der Verjüngung auftretenden Baumarten das Einwachsen in die Höhenschicht über 50 cm gelang. Auf den Parzellen außerhalb des Zaunes liegen die Verbißprozente wesentlich höher. Hier fanden Entmischungsvorgänge statt, und die Kiefer tritt anteilmäßig in den Vordergrund. Die verbissenen Laubbäume sind im Wachstum deutlich gehemmt und deshalb in der Höhenschicht über 50 cm nur selten vertreten.