Titel
Tierartenschutz in Wirtschaftswäldern : Montagskolloquium
Paralleltitel
Fauna Diversity in Managed Forests
Verfasser
Erscheinungsjahr
1998
Illustrationen
50 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
629
Datensatznummer
200053617
Quelle
Abstract
Hohe Tierarten-Diversität, besonders aber eine hohe Anzahl selten gewordener Arten wird auch in Wirtschaftswäldern des Schweizer Mittellandes angestrebt. Die Frage wird gestellt, ob mehr Licht auf die Waldböden Abhilfe bei Artenarmut schafft. Entsprechende forstwirtschaftlich-biologische Experimente zur Klärung der Frage sind bisher noch nicht durchgeführt worden. Es besteht kein kausaler Zusammenhang zwischen der Vogelartenzahl und der Zahl seltener Vogelarten in einem Gebiet; die beiden Naturschutzziele sind deshalb nicht unbedingt mit den gleichen forsttechnischen Maßnahmen zu erreichen. Die Analyse der Habitatsansprüche waldbewohnender Vögel läßt den Schluß zu, daß die Schaffung von Altholzinseln, die Verlängerung des Rotationszyklus, das Liegen- und Stehenlassen von Totholz, die Gestaltung naturnaher und störungsarmer Waldränder und der Femelschlag in Wirtschaftswäldern sinnvolle Schutzmaßnahmen wären. Auslichtungen und Mittelwaldbewirtschaftung würden dagegen nur in ganz bestimmten Fällen die Artendiversität erhöhen. Die Frage der Wirksamkeit von forsttechnischen Eingriffen auf die Biodiversität ist auch eine Frage des Maßstabs, und Kleinarten wie Schmetterlinge oder Insekten des Totholzes sind stark abhängig von lokalen Besonderheiten und lokalen Sondermaßnahmen.