Titel
Die Fichten-Buchen-Mischbestände des Sonderforschungsbereiches "Wachstum oder Parasitenabwehr?" im Kranzberger Forst
Paralleltitel
The mixed spruce-beech forest stands of the "Sonderforschungsbereich" "Growth or Parasite Defence?" in the forest district Kranzberger Forst
Verfasser
Erscheinungsjahr
1998
Illustrationen
21 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
638
Datensatznummer
200053305
Quelle
Abstract
Der DFG-Sonderforschungsbereich "Wachstum oder Parasitenabwehr?" soll klären, nach welchen Gesetzmäßigkeiten Pflanzen ihre Ressourcen einsetzen und wie die Regulation zwischen Expansion und Vorsorge durch Umwelteinflüsse modifiziert wird. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die forst- und landwirtschaftliche Einzelpflanze. Ein Verständnis ihres Systemverhaltens wird aber erst möglich, wenn auch über- und untergeordnete Organisationsebenen, die von der Zelle bis zum Bestand reichen, in die Betrachtung einbezogen werden. Da dies letztendlich nur im Freiland möglich ist, nimmt die Untersuchung verschieden alter Fichten/Buchen-Mischbestände im Kranzberger Forst innerhalb des Sonderforschungsbereichs eine zentrale Stellung ein. Die Mischung aus Fichte und Buche ist aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung und ihrer Gefährdung durch biotische und abiotische Stressoren als forstliches System gewählt worden. Auf der zentralen Versuchsfläche soll die Reaktion dieses Systems auf künstlich veränderte Umweltbedingungen betrachtet werden, was u.a. eine gründliche Dokumentation des Ausgangszustandes voraussetzt. Der Versuchsbestand und Überlegungen zur Modellierung seiner Entwicklung werden in dem vorliegenden Artikel vorgestellt. Die ausgeführte Strukturanalyse identifiziert den Versuchsbestand als Prototypen eines gruppen- bis horstweise gemischten Bestandes, in dem die Fichte in den gut mit Strahlung versorgten Bestandesschichten zahlenmäßig dominiert, die um etwa zehn Jahre ältere Buche aber etwa gleichwüchsig mit der Fichte ist. Die Zuwachsanalysen belegen die sehr gute Wüchsigkeit des Bestandes und für die Fichte einen langfristigen Zuwachsanstieg seit Beginn des Jahrhunderts. Abschließend werden der Untersuchungsansatz aus systemanalytischer Sicht diskutiert und die forstwirtschaftliche Relevanz der zentralen Frage des Sonderforschungsbereiches durch retrospektive Zuwachsanalysen und prospektive Modellkalkulationen belegt.