Titel
Wachstum der Urfichte Nr. 48 "Dicke Tannen"/Hohegeiß
Paralleltitel
Growth of the spruce number 48 of the "Dicke Tannen"/Hohegeiß = Croissance du très vieil épicéa no 48 dans le groupe dit des "gros sapins" d'Hohegeiss
Verfasser
Erscheinungsjahr
1999
Illustrationen
10 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
621
Datensatznummer
200053175
Quelle
Abstract
Das Wachstum der über 314 Jahre alt gewesenen, über 53 m hohen Fichte Nr. 48 des Naturdenkmals "Dicke Tannen" wurde anhand einer Stammanlyse und morphologischer Längenmessungen untersucht. Der säulenförmige, ca. 24 m lange und 17 mß Holzvolumen umfassende Schaft war kerngesund mit sehr gleichmäßigen weiten Jahrringbreiten innen und sehr engen Jahresringen außen. Die morphologisch gemessene Längenzuwachs der ungebrochenen Stammachse konnte nur 40 Jahre lang sicher zurückverfolgt werden. Das Wachstum von Baum 48 sowohl beim Höhen- als auch beim Dickenwachstum unterschied sich im Vergleich zum Mittelstamm im Fichtenreinbestand (Wiedemann I. Ekl, st. Durchf.): In den ersten 40 Jahren wurde ein Höhenvorsprung von 4 m bis 6 m aufgebaut. Der Dickenzuwachs war bis zum Alter 120 Jahre 2,4mal bis 1,6mal so hoch. Ab 1830 (Baumalter 160 Jahre) war das Höhenwachstum sehr gering, wobei der durchschnittliche Längenzuwachs nur sehr langsam linear abnahm. Der Verlauf des jährlichen Dickenwachstums im Schaft- und unteren Kronenbereich ließ sich durch einfache Exponentialfunktionen und Polynome gut beschreiben. Von 1830 an nahm auch der Radialzuwachs durchschnittlich von 0,8 mm auf 0,3 mm sehr langsam und linear ab. An den Indexkurven des Radialzuwaches konnten längere Perioden unter- und überdurchschnittlichen Zuwachses festgestellt werden. Seit 1965 vergrößert sich die Amplitude der Indexkurve, was auf die Abfolge extremerer Reaktionsmuster (z.B. + Periode 1967 bis 1984, Periode 1985 bis 1992) hindeutet. In allen unteren Stammteilen konnte partielle Jahresringbildung beobachtet werden. In den unteresten Stammteilen traten auf den Radien Differenzen bis zu 27 Jahresringen auf. Mit Sicherheit waren dort auch einige wenige Totaljahresringausfälle vorhanden. Im Vergleich zur von Kramer untersuchten Hohegeißfichte 39 konnten Parallelen in der Wachtumsentwicklung aufgezeigt werden, was auf die frühe Aushiebsbewirtschaftung der Fläche hindeutet. Anregungen zur langfristigen Erhaltung der Dicken Tannen werden angeführt. Zusammenfassend stellt das Waldökosystem "Dicke Tannen" einen unermesslichen Wert für Lehre und Forschung dar. Nur durch intensive Forschungsarbeit über dieses Waldökosystem lässt sich die Ursache seines jetzigen rapiden Zusammenbruchs, seiner fehlenden Regeneration und geschichtlichen Entwicklung feststellen. Jedoch sofortige Maßnahmen zur Verjüngung und zur nachhaltigen Sicherung dieses einzigartigen Naturdenkmals erscheinen aufgrund der aufgezeigten Probleme und des angesprochenen hohen ökologischen und ökonomischen Wertes im Interesse der Allgemeinheit unabdingbar.