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  • Titel
    Synopse stressbedingter Modifikationen der Anatomie und Physiologie von Nadeln als Fruehdiagnose einer Disposition zur Schadensentwicklung bei Fichte
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1989
  • Illustrationen
    7 Tab., 109 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    5943
  • Datensatznummer
    200051752
  • Quelle
  • Abstract
    Die neuartigen Waldschaeden sind die Folge von tiefgreifenden Stoerungen der Waldoekosysteme, hervorgerufen durch zunehmende und lang andauernde Belastungen mit natuerlichen und anthropogenen Stressoren. Es erscheint belegt, dass Luftschadstoffe weltweit als Ausloeser der Waldschaeden fungieren, indem der durch sie zusaetzlich ausgeloeste Stress die Kapazitaet zur Kompensation uebersteigt. Die kausal-analytische Fruehdiagnose einer Disposition fuer eine weitreichende Schaedigung ist Grundlage jeder kurativen Massnahme. Zur Erstellung einer vorausschauenden Diagnose ist die Kenntnis der baumphysiologischen Reaktionen auf die verschiedenen Stressoren unbedingt noetig. Basierend auf dieser Information kann bei entsprechender Dokumentation der standortspezifischen Stressorenmuster eine vorsichtige Beurteilung erstellt werden. Zur Bewertung der Stressinduktionskapazitaet wurden fuer die verschiedenen klimatischen Stressoren Stressindices errechnet, wobei dem Lichtstress- und Photochilling-Index vorrangige Bedeutung zukommt. Die Beurteilung der Belastung durch Luftschadstoffe erfolgte vornehmlich den Schweizer Grenzwerten entsprechend. Auch dem Neuaustrieb wurde ein endogen bedingter Stress zugeordnet. Um die Anwendbarkeit von verschiedenen Untersuchungsmethoden zu testen, wurden im Hoehenprofil "Zillertal" drei Probebaeume in verschiedenen Hoehenlagen ausgewaehlt. Die Baeume waren verschiedenen Stressorenmuster ausgesetzt und zeigten dementsprechend unterschiedliche Modifikationen des baumphysiologischen Reaktionsmusters: Probebaum 1, 700 m NN, 45 Jahre alt, ist normal entwickelt und im Winter durch NO, sowie durch Episoden von SO2 und O3 belastet. Im Sommer ergeben sich Belastungen durch Waerme und Lufttrockenheit. Der Boden zeigt einen Mangel an Ca und K. Dementsprechend sind die epicuticularen Wachse zerstoert und auch die Chloroplasten- Ultrastruktur zeigt deutliche Veraenderungen. Anatomisch sind die Nadeln normal entwickelt. Der Lichtstress im Fruehjahr koennte die temporaere Einlagerung von Gerbstoffen in die Schliesszellen bedingen. Da die oxidative Belastung ansonsten gering ist, sind die Aenderungen der Pigmentzusammensetzung, im Gehalt an Thiolen und Ascorbat, in der Aktivitaet der Glutahionreduktase sowie das Fettsaeuremuster der saisonalen Modifikation entsprechend. Waehrend des Sommers sind jedoch durch Wasserstress und Photoinhibition die Photosyntheseraten starken diurnalen Schwankungen unterworfen. Probebaum 2, 1000 m NN, 84 Jahre alt, zeigt seit 25 Jahren ein verringertes Wachstum. Die Stressoren dieses Standortes sind partielle Staunaesse und sehr hohe Ozonimmissionen. Die Nadelanatomie zeigt dennoch gut entwickelte Assimilations- und Festigungsgewebe. Obwohl im Boden kein Naehrstoffmangel vorliegt, sind die Mineralstoffgehalte der Nadeln gering, so dass insbesondere das starke Absinken bei Mg und Ca waehrend des Austriebs ....