Titel
Thiole, Ascorbinsaeure, Pigmente und Epikutikularwachse in Fichtennadeln aus dem Hoehenprofil "Zillertal"
Verfasser
Erscheinungsjahr
1989
Illustrationen
13 Abb., 3 Tab., 49 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
5943
Datensatznummer
200051693
Quelle
Abstract
Im Rahmen des "Hoehenprofiles Zillertal" wurden Nadeln von drei Baeumen (Picea abies (L.) Karst.) aus drei unterschiedlichen Hoehenlagen untersucht (700 m, 1000 m, 1520 m Seehoehe). Bestimmt wurden die Gehalte der wasserloeslichen Thiole, die zur Hauptsache von Glutathion gebildet werden, die Gehalte an Ascorbinsaeure und Dehydroascorbinsaeure, die Aktivitaet der Glutathionreduktase, die Gehalte der photosynthetischen Pigmente und die Struktur der Nadelwachse. Mit Ausnahme der Wachsstrukturen weisen alle untersuchten Substanzen einen ausgepraegten Jahresgang auf, wobei die Thiole und die Glutathionreduktase-Aktivitaet ein ausgepraegtes Maximum vor den Nadelaustrieb aufweisen, die Pigmente hingegen ein Minimum. Dramatische Veraenderungen und Abweichungen, die auf das extreme Einwirken natuerlicher oder anthropogener Stressfaktoren zurueckzufuehren waeren, sind an keinem der drei Baeume zu beobachten. Die Zusammenschau der erhobenen Daten erlaubt jedoch eine gewisse Differenzierung der drei Standorte aufgrund des Einwirkens verschiedener Luftschadstoffe. Die Nadeln des Baumes 1 (700 m Seehoehe) lassen deutliche Zerstoerungen der Epikutikularwachse, einen geringen Ascorbinsaeuregehalt und einen in der Oberkrone erhoehten Thiolgehalt erkennen. Dieser Merkmalskomplex deutet den Einfluss saurer Luftverunreinigungen, v.a. SO2, an. Baum 2 (1000 m Seehoehe) weist im April sehr geringe Enzymaktivitaeten und einen hohen Xanthophyll/Carotin- Quotienten auf. Die Nadeln dieses Baumes enthalten auch die geringsten Pigment- und die hoechsten Ascorbinsaeuregehalte. Photooxidantien duerfte bei der Auspraegung dieses Merkmalskomplexes eine bedeutende Rolle zuschreiben sein. Aufgrund der unbeeinflussten Wachse kann ein deutlicher SO2-Einfluss an diesem Standort weitgehend ausgeschlossen werden. Die physiologischen Reaktionen der Nadeln des Baumes 3 (1520 m Seehoehe) sind von den in diesen Hoehenlagen natuerlich vorkommenden Stressfaktoren gepraegt und weisen keine darueber hinausgehenden Beeinflussungen auf.