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  • Titel
    Schalenwild und Waldbau - unvereinbare Gegensätze?
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1998
  • Illustrationen
    41 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    6110
  • Datensatznummer
    200051536
  • Quelle
  • Abstract
    Die vorstehenden Ausführungen machen deutlich, daß Schalenwild und naturnaher Waldbau im Wirkungsgefüge Wald-Wild-Mensch keine unvereinbaren Gegensätze darstellen. Gerade die Hinwendung zur naturnahen Waldbewirtschaftung ist auch aus wildökologischer Sicht eindeutig zu begrüßen, da sie mittelfristig zu einer spürbaren Entschärfung der Wildschadensproblematik führt. Unvereinbare Gegensätze können dagegen im Abwägungsprozess zwischen den verschiedenen Interessen des Menschen an Wald und Wild auftreten. Diese offenbaren sich in der zwischen Jägern und Forstleuten allzu häufig sehr emotional und fernab von wildbiologischen Erkenntnissen und Sachargumenten geführten Diskussion um Wildschäden am Wald. Die Formulierung und Akzeptanz klar definierter Ziele und Prioritäten (jagdlich wie forstlich) sind notwendig, um einen sinnvollen Abwägungsprozess zur Erreichung eines optimalen Gesamtnutzens für die menschliche Gesellschaft zu realisieren. Naturnaher Waldbau, der den Anforderungen der Gesellschaft in vollem Umfang gerecht wird, und gut konditionierte Wildtierbestände sind keine Utopie, wenn einerseits beim Waldbau wildökologische Zusammenhänge berücksichtigt werden und andererseits die Bejagung nicht bloß an Traditionen, sondern primär an wildbiologischen Erkenntnissen ausgerichtet wird. Es gilt vor allem drei strategische Schwerpunkte zu setzen: - Objektivere Wildschadensbeurteilung durch klare, bestandesbezogene Zielvorgaben und SOLL-IST-Vergleiche. - Konsequentere Wildschadensvermeidung dort, wo wirklich Wildschaden vorliegt. - Ökosystemarer Blickwinkel: keine Einseitigkeit, sondern Einbeziehung aller Maßnahmenbereiche (Forst, Jagd, Tourismus, Verkehr, Naturschutz etc.) zur Vermeidung von Schäden sowohl an der Waldvegetation als auch an Wildtierpopulationen.