Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Naturwaldreservate und biologische Diversität
  • Paralleltitel
    Forest Reserves and Biological Diversity
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1998
  • Illustrationen
    zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    14048
  • Datensatznummer
    200051490
  • Quelle
  • Abstract
    Ziel dieser Arbeit ist eine kritische Hinterfragung, welchen Beitrag Naturwaldreservate zur Erhaltung der biologischen Diversität leisten können. Erfahrungen, die während der Konzeption und Umsetzungsphase des österreichischen Naturwaldreservate-Programmes gewonnen wurden, finden Berücksichtigung. Eine Reihe von völkerrechtlichen und politischen Verpflichtungen sieht in situ-Erhaltungsstrategien vor. Für den Ausbau des österreichischen Naturwaldreservate-Netzes sind die Vereinbarungen der Ministerkonferenz zum Schutze der Wälder in Europa von entscheidender Bedeutung, insbesonders die Helsinki-Resolution H2 "Allgemeine Richtlinien für die Bewahrung der Biodiversität der europäischen Wälder". Für den Erfolg eines Netzes von Naturwaldreservaten sind folgende Kriterien entscheidend: Mindestgröße, Anzahl und Verteilung, Repräsentativität und verschiedene Qualitätsmerkmale. Flächenfestlegungen nach ausschließlich zoologischen Kriterien erweisen sich als ungeeignet. Für die Konzeption des österreichischen Naturwaldreservate-Netzes wurde das Minimumstrukturareal (Koop 1982, 1989) als Grundlage für die Festlegung der Mindestgröße gewählt, da diese Größe ausschließlich von der natürlichen Waldgesellschaft abhängig ist. Eine Abschätzung der Mindestflächen von Naturwaldreservaten mit Hilfe genetisch-effektiver Populationsgrößen der Waldbäume ergibt etwas größere Mindesflächen. Die Mindestflächen sind sehr stark von der Baumarten-Zusammensetzung der natürlichen Waldgesellschaft abhängig. Das Ziel einer Schutzstrategie kann nicht sein, in einigen Gebieten deren gesamte Biodiversität durch Totalschutzgebiete zu schützen, sondern es müssen Schwellenwerte der Biodiversität auf der gesamten Waldfläche erhalten werden. Naturwaldreservate sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer kohärenten Strategie der Erhaltung der biologischen Diversität des Waldes. Allerdings dürfen sie nicht als isolierte Inseln gesehen werden, sondern eingebettet in bewirtschaftete Wälder und andere Vegetationsformationen durch naturnahe Waldwirtschaft. Die Erhaltung der Biodiversität durch Naturreservate und andere Schutzgebiete ist ein wichtiger kurzfristiger Schritt. Aber Naturwaldreservate und auch andere Schutzgebietskategorien alleine sind nicht ausreichend, das Problem des Verlustes der biologischen Vielfalt zu lösen, sondern dazu ist eine Bewirtschaftung erforderlich, die auch die Erhaltung der biologischen Diversität als gleichrangige Dimension der Nachhaltigkeit anerkennt und berücksichtigt.