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  • Titel
    Das österreichische Programm zur Erhaltung forstgenetischer Ressourcen
  • Paralleltitel
    The Austrian Programme to Conserve Forest Genetic Resources
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1998
  • Illustrationen
    38 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    14048
  • Datensatznummer
    200051426
  • Quelle
  • Abstract
    Die Ausgangssituation für die Erhaltung forstgenetischer Ressourcen in Österreich kann im Vergleich zu vielen anderen europäischen Gebieten noch als relativ günstig angesehen werden, weil rund ein Viertel der Wälder sich in einem natürlichen oder naturnahen Zustand befindet. Für die Sicherung der Weitergabe und Weiterentwicklung der genetischen Information von Baum- und Straucharten, unter Einbeziehung ständig ablaufender Selektionsprozesse, werden den in situ-Maßnahmen ein hoher Stellenwert eingeräumt. Es wird daher für die Sicherung der genetischen Nachhaltigkeit ein Netz von Generhaltungswäldern, repräsentativ für alle natürlichen Waldgesellschaften, erreichtet. Es wurde dabei von der Annahme ausgegangen, daß die derzeitigen geographischen Verteilungsmuster genetischer Strukturen der einzelnen Baumarten durch Verteilung der Generhaltungswälder auf ökologisch und pflanzensoziologisch definierte Standorte, ausreichend erfaßt werden. Neue Erkenntnisse, insbesondere durch die seit 1992 durchgeführte Genetische Inventur Österreichs (GIO), werden zu einer Überarbeitung dieser ursprünglichen Konzeption führen. Für die Ausscheidung der Generhaltungswälder sind bestimmte Voraussetzungen, wie z.B. Vorliegen einer Mindestgröße, verbindlich vorgeschrieben. Die waldbauliche Behandlung strebt unter anderem Naturverjüngung in langen Verjüngungszeiträumen und mit kontinuierlicher Verjüngung in überlappenden Generationen und die Förderung natürlicher Selbstdifferenzierungsprozesse an. Dort wo die Weitergabe genetischer Information wegen geringer Arealgröße, Seltenheit des Vorkommens oder aus anderen Gründen mit erhöhter Unsicherheit belastet ist, sind zusätzlich ex situ-Maßnahmen vorgesehen. Diese bestehen in der Errichtung von Klonarchiven und Erhaltungssamenplantagen und/oder in der Langzeitlagerung von Saatgut. Ein Sonderprogramm für die Erhaltung von Restvorkommen gefährdeter Ulmenarten wurde eingerichtet. Forschungsbedarf besteht vor allem bei der Erfassung der genetischen Strukturen innerhalb und zwischen Populationen der einzelnen Baumarten und der Beeinflussung dieser durch waldbauliche Maßnahmen.