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  • Titel
    Untersuchungen zur Sanierung immissionsgeschädigter Buchenwaldökosysteme : Komplexschäden an Buchen - Ursachenforschung zum Baumsterben
  • Verfasser
  • Körperschaft
  • Erscheinungsjahr
    1989
  • Illustrationen
    4 Abb.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    12513
  • Datensatznummer
    200050650
  • Quelle
  • Abstract
    1.) Der sowohl in Altbestaenden als auch bei der Naturverjuengung praedisponierende Stressor ist die langanhaltende Bodenversauerung. Dies fuehrt zu Wurzelschaeden im Mineralboden und dadurch bedingt zu einer Verlagerung des Feinwurzelsystems in die obersten humosen Bodenhoizonte. Weder die verschiedenen stressphysiologischen Kennwerte noch der Ionenstatus der Blaetter gaben Hinweise auf eine primaere Schaedigung der Assimilationsorgane als Grund fuer die beobachteten Trieblaengenverkuerzungen und Blattverluste in der Krone der geschaedigteren Baeume von Abt. 126c. Dagegen konnten grosse Unterschiede in der Belastung der Feinwurzeln durch Saeuren und toxische Al- und Fe-Ionen nachgewiesen werden, deren schaedigende Wirkung in der Literatur hinreichend belegt ist. Zudem konnten die Buchensaaten auf verschiedenen Substraten zeigen, dass sich neben der allgemeinen Vitalitaet, der Blattmasse und dem Wurzelwachstum bei allen gemessenen stressphysiologischen Parametern eine Verschlechterung bei hoher Bodenaciditaet einstellt. 2.) Fuer die Altbestaende wird eine regelmaeessige dolomitische Kalkung empfohlen, spaetestens jedoch im Alter 120 (U - 20), um der danach einzuleitenden Naturverjuengung die bestmoeglichen Startbedingungen zu gewaerleisten. Ueber die Zeitspanne, in der ein Altbestand nach Kalkung sein Wurzelsystem im Bereich unter 20 - 30 cm wieder regeneriert, liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Ziel dieser Meliorationen sollte es sein, das Bodenmilieu stets oberhalb des Aluminium-Pufferbereichs zu halten. Der Vorhalt einer Kalkung haengt dabei in erster Linie von der internen Saeureproduktion des Bestandes ab (Akkumulation von Biomasse, Humusabbau mit Ueberschussnitrifikation). Natuerlich spielen hier betriebswirtschaftliche Ueberlegungen eine Rolle (hoehere Doesen fuer laengere Zeitraeume bedingen geringere Werbungskosten pro Jahr als geringe Dosen in kurzen Perioden. Die exakte Herleitung der Kalkmengen sollte sich an der austauschbaren Kationensaeure Al und Fe, orientieren (zu ermitteln als BNK durch Titration gegen NaOH bis etwa pH 4,9) und nur die Bodentiefe beruecksichtigen, die umgebrochen oder in die eingearbeitet wird. Hoehere Dosierungen oder eine oberflaechliche Ausbringung fuehren zu einer Hydrogencarbonatmobilisierung, aber einer nur sehr langsam im Profil nach unten vordringenden hoch gepufferten "Entsauerungsfront". Die Vorhaltedauer und damit die Periode einer Kalkung kann aus der im Bestand ermittelten Saeuredeposition (in Kmo H ha-1 a-1) und der applizierten Ca-Menge errechnet werden. 3.) Vor einer Buchenpflanzung oder einer Naturverjuengung sollten je nach Bodentyp, Versauerungsgrad und geplanter Melirationstiefe eine genau berechenbare Menge dolomitischen Kalkes ausgebracht und, wo moeglich, eingearbeitet werden. (Berechnung siehe oben). 4.) Spaetestens im Fruehjahr nach einer hinreichenden Buchenmast .....