Titel
Laufkäferzoenosen südwestdeutscher Wälder - Charakterisierung, Beurteilung und Bewertung von Standorten
Verfasser
Erscheinungsjahr
1996
Illustrationen
59 Lit. Ang.
Material
Artikel aus einer Zeitschrift
Standardsignatur
5816
Datensatznummer
200050264
Quelle
Abstract
an 11 Waldstandorten in verschiedenen Naturraeumen Suedwestdeutschlands wurden die Laufkaefergemeinschaften (Coleoptera, Carabidae) untersucht. Aus der Literatur wurden zusaetzlich die Daten von 6 weiteren Waeldern sowie eines Hohlwegsaumes in Baden-Wuerttember herangezogen. Es handelt sich um verschiedene Buchenwaldgesellschaften, Mischwaelder (Laub- und Nadelholz) und Nadelwaelder mit Humusverhaeltnissen von Mull bis Rhhumus. Ziel der Arbeit war es, charakteristische Zoenosen der verschiedenen Waelder und damit auch Erwartungswerte der Laufkaeferfauna fuer eine Belastungs- oder Schutzindikation herauszuarbeiten. Ueber einen Zeitraum von 2 Jahren wurden insgesamt 7605 Laufkaefer aus 18 Gattungen und 46 Arten mit Barberfallen gefangen. Die Kaeferarten wurden unter Einbeziehung autoekologischer Daten aus der Literatur zu Artengruppen zusammengefasst und damit die Zoenosen der verschiedenen Standorte charakterisiert. Die Artengruppen wurden vor allem anhand der Parameter Feuchtigkeit, Temperatur und Licht charakterisiert. Unter den Hauptarten der Waelder wurden 6 Artengruppen gebildet: diejenige der subalpin/montan gepraegten Buchen-/Nadelwaelder, der montan gepraegten Buchenwaelder, der montan/kollin gepraegten Buchenwaelder, die Gruppe euryoeker Waldarten, der kollin gepraegten Buchenwaelder und der planar gepraegten Waelder. Die Gruppe der Begleitarten, die sich vor allem aus Offenlandarten zusammensetzt, kann die Beurteilung eines Standortes ergaenzen. Die Artengruppen stehen fuer die entsprechenden klimatischen Verhaeltnisse und charakterisieren in ihrem Auftreten die mikroklimatischen Bedingungen eines Standortes auch unabhaengig von der Hoehenlage. Die Reihung der Standorte nach ihren Zoenosen im klimatischen und Hoehengradienten zeigt eine weitreichende Aehnlichkeit zu einer Gruppierung mittels Clusteranalyse, ebenso wie eine Gruppierung mit Hilfe verschiedener oekologischer Indices, und umspannt kuehl-feucht bis warm-trocken gepraegte Klimatypen. Abweichungen von diesen in Waeldern zu erwartenden Zeonosen, wie etwa der Ausfall oder die Degradierung von standorttypischen Artengruppen, koennen zur Belastungsindikation verwendet werden. Aus Diversitaetswerten laesst sich keine eindeutige Belastungssituation ableiten. Im Gegensatz zu herkoemmlichen Bewertungsmethoden, die sich auf einzelne seltene oder gefaehrdete Arten beziehen, ermoeglicht das hier angewandte Verfahren, Standorte nach Gruppen vorwiegend subdominant bis dominant vorkommender Arten zu beurteilen und zu bewerten.