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  • Titel
    Untersuchungen zur Feinwurzelbiologie von Fichten (Picea abies (L.) Karst.) im Freiland und nach kontrollierter Begasung mit NO2, O3 und SO2
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1989
  • Illustrationen
    2 Abb., 4 Tab., 21 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    4370
  • Datensatznummer
    200045021
  • Quelle
  • Abstract
    Die wichtigsten Symptomkomplexe der den gesamten Baum umfassenden multiplen Stresserkrankung umfassen bei Fichte die zunehmende Kronenverlichtung und die Veränderungen im FW-Bereich. Beide Vorgänge können mit einer vorzeitigen pathologischen Seneszenz verbunden sein, bei der u.a. der Prozess d. Nährstoffverlagerung ganz oder teilweise ausfällt. Darüberhinaus signalisieren z.B. Regenerations-Phänomene, dass auf der Ebene hormoneller Wechselbeziehungen bestimmte Regulationsmechanismen an der Ausprägung von Schadsymptomen beteiligt sein müssen. Zu den Besonderheiten zählt auch, dass aufgrund der Veränderungen innerhalb der Mycocoenose im engeren Rhizosphärenbereich erste Anzeichen für vitalitätsmindernde Einflüsse erkennbar sind. In diesen Erklärungsansatz lassen sich zwanglos nachfolgende Ergebnisse einordnen. Im Rahmen rhizographischer Untersuchungen in geschädigten Fichtenbeständen wurden verschiedene Entwicklungsstadien der FW charakterisiert und konkrete Ansatzunkte für eine Analyse der Schädigungsmechanismen in der Rizosphaere gefunden (Blascke 1986). Darüberhinaus konnte durch schrittweise Annäherung der Bedingungen in den Laborversuchen bzw. in kontrollierten Modellökosystemen an die im Freiland herrschenden Standortsbedingungen im gewissen Umfang die Übertragarkeit der gewonnenen Ergebnise auf eine real existierende Faktorenkonstellation aufgezeigt werden (Seufert 1987), insbesondere was die Langzeiteffekte anbelangt, die sich auf den ökochemischen Zustand des Bodens auswirken und die FW-Entwicklung massgeblich beeinflussen. Vergleichende Untersuchungen über die Beziehungen zwischen FW-Regeneration und Seneszenz von erkrankten Fichten unter besonderer Berücksichtigung d. Cytokininhaushalts führten in erster Linie zu einer Bestätigung d. mehrfach beobachteten vitalitätsmindernden Veränderungen im FW-Bereich. Bei der Analyse des Probenmaterials aus geschädigten Beständen zeigte sich weiterhin, dass der Cytokiningehalt von neugebildeten mit nichtmykorrhizierten FW an der Nachweisgrenze liegt. Die Mykorrhizierung mit Trüffeln (Tuber puberulum , Blaschke 1987) führt hingegen zu einem erheblich höheren Cytokininlevel in den Kurzwurzeln, der mittels Biotest und HPLC bestimmt wurde. Wenn auch der Cytokiningehalt in den FW-Organen naturgemäss gering ist und diese Purinderivate nur im Zusammenspiel mit anderen Hormonen bei der Steuerung von FW-Wachstum und -Entwicklung mitwirken, so kann doch die Cytokininbildung in den Wurzelgeweben und hauptsächlich in der Mykorrhizaassoziation als ein essentieller und im Rahmen der Wurzelentwicklung positiv auf die Regeneration wirkender Faktor eingestuft werden.