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  • Titel
    Unbemerkte Einbuergerung und Ausbreitung des nordamerikanischen Grubenhalsigen Splintholzkaefers, Lyctus cavicollis LeConte, in Mitteleuropa, nebst Anmerkungen zur moeglichen Einschleppung zweier anderer nearktischer Lyctiden (Coleoptera, Lyctidae)
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1996
  • Illustrationen
    33 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    3718
  • Datensatznummer
    200044327
  • Quelle
  • Abstract
    Frequente anthropogene Einschleppungen von Lyctus cavicollis LeC. nach Mitteleuropa, ueberwiegend mit importiertem (Laub-) Schnittholz aus den USA, sind etwa zwei Jahrzehnte lang unbemerkt vonstatten gegangen. Naturnahe ("natuerliche") Populationen von Lyctus cavicollis, wie sie seit 1993 an mindestens 3 verschiedenen Stellen in Suedwestdeutschland beobachtet worden sind, haben sich ebenfalls heimlich, an mehreren verschiedenen abgelegenen Gelaendestandorten, manifestieren koennen. Zeitgleich gehaeuft gemeldete synanthrope Funde, darunter seit 1993 mindestens 4 dokumentierte Massenauftreten in holzverarbeitenden Betrieben und in Haushalten, legen den Schluss nahe, dass neben den bisherigen Hauptverursacher synanthroper Lyctidenschaeden hierzulande, den Kosmopoliten Lyctus brunneus (Steph.), ein weiteres hochanpassungsfaehiges Neozoon, diesmal aus der nearktischen Region, getreten ist, dessen zu erwartende Massenvermehrungen moeglicherweise die spezifischen materiellen und finanziellen Verluste des Holzgewerbes vervielfachen werden. Da Lyctus cavicollis hierzulande immer wieder mit anderen Lyctusarten verwechselt oder gar undifferenzient als "Lyctidenbefall" wahrgenommen wird, kann eine unbekannte Dunkelziffer synanthroper sowie naturnaher (und unter Umstaenden eingebuergerter) Vorkommen in Mitteleuropa als wahrscheinlich angenommen werden. Es besteht Bedarf an einem EU-weiten Monitoring dieses eingeschleppten Trockenholzzerstoerers. Die nearktische Schwesterart Lyctus planicollis LeC. ist bisher kaum an den Einschleppungen beteiligt; eine aeltere anthropogene Einschleppung nach Oesterreich blieb bis zu einem aktuellen Synanthropfund in Mitteleuropa ueber 40 Jahre lang singulaer. Auch Wiedereinschleppungen des seit langem aus Europa nach Nordamerika eingeschleppten und dort eingebuergerten Lyctus linearis GZE. sind wahrscheinlich, wenn auch im Einzelfall schwierig nachzuweisen.