Titel
Ueber die Grundlagen der Entstehung und Begegnung von Insekten-Massenvermehrungen im Wald
Verfasser
Erscheinungsjahr
1994
Illustrationen
10 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
3718
Datensatznummer
200044224
Quelle
Abstract
Die fundamentale Ursache der Forstinsekten-Massenmvermehrungen besteht darin, dass die heutigen Kunstforsten naturfern sind und kein stabiles oekologisches Gleichgewicht mehr besitzen. Beim Zusammentreffen von Waerme und Trockenheit kommt es zu Massenvermehrungen, wobei die Wasserhaushaltsstoerungen im Baum die Hauptrolle spielen. Sie senken die Harzungskraft als Mittel der Abwehr von Borkenkaefern, und sie foerdern die Blattfresser durch Verbersserung der Nahrungsqualitaet (Erhoehung des Zuckergehalts). Bezueglich der Gegenmassnahmen ist zu beruecksichtigen, dass Borkenkaefer sekundaer sind und bleiben. Die einzig wirksame Bekaempfung ist hier die Entfernung des stark von Kaefern befallenen Holzes aus dem Wald. Bei den Blattfressern besteht ein grundsaetzlicher Unterschied zwischen Laub- und Nadelbaumschaedlingen. Die Laubbaeume haben ein grosses Regenerationsvermoegen und sterben auch nach mehrmaligem Kahlfrass nicht ab. Bei den Nadelbaeumen bedeutet teils ein einmaliger, teils ein zweimaliger Kahlfrass den Tod des Waldes. Der Waldbau hat durch Umwandlung der Naturwaelder in Kunstforsten das Schaedlingsproblem geschaffen. Die Ausbringung breitenwirksamer Pestizide fuehrt zu immer haeufigeren und staerkeren Schaedlingsvermehrungen. Die Situation verschaerft sich eklatant durch eine im Gang befindliche Klimaverschiebung in Richtung zu mehr Waerme, Trockenheit und Stuermen. Nur die Rueckkehr zu naturnahen Waeldern kann das Forstschaedlingsproblem loesen. Die heutige oekonomische Forstwirtschaft muss zu einer oekologischen Waldwirtschaft werden.