Titel
Untersuchungen über die Entwicklung von Vorratsschädlingen an Früchten einheimischer Bäume und Sträucher
Verfasser
Erscheinungsjahr
1990
Illustrationen
2 Abb., 1 Tab., 23 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
3718
Datensatznummer
200043771
Quelle
Abstract
In Laboruntersuchungen wude die Eignung von sechs auch im Winter im Freien vorkommenden Wildfruechten als Entwicklungs- und Frassmedium fuer zehn Vorratsschaedlinge getestet. Unbeschaedigte Fruechte von Stieleiche (Quercus robur), Roteiche (Quercus borealis), Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) und Buche (Fagus sylvatica) konnten von keiner der geprueften Kaefer- und Mottenarten befallen werden. An oder in beschaedigten oder geschaelten Fruechten von Stieleiche und Buche konnten sich jeweils sieben Vorratsschaedlinge entwickeln. Am wenigsten waren Hagebutte und Roteiche als Entwicklungsmedium geeignet. Die Schluepfrate lag fast immer unter der in der Kontrolle. Nur bei Sitophilus granarius schluepften aus Stieleichen mehr Imagines als aus Kontrollweizen. Das bareiteste Nahrungsspektrum hatten im Versusch Oryzaephilus surinamensis, Stegobium paniceum, Ephestia kuehniella und Plodia interpunctella mit je 5 der 6 getesteten Wildfruechte. Die Buchecker bot allgemein die beste Entwicklungsmoeglichkeit. Nur die Arten mit Innenbefall (Sitophilus granarius, S. oryzae und Sitotroga cerealella) konnten an ihr keine neue Generation aufbauen. Der Einfluss auf die Entwicklungsdauer war je nach Wildfrucht und Schaedling sehr unterschiedlich. Am wenigsten wich sie bei Ephestia kuehniella von der normalen Dauer (an einem Gemisch aus Haferflocken, Weizenkleie und Glyzerin) ab. Da Vorratsschaedlinge relativ haeufig im Freiland gefunden werden koennen, vor allem in der Naehe von Silos und anderen Vorratslagern, ist nicht auszuschliessen, dass Wildfruechte ihnen eine zeitweise Ueberlebensmoeglichkeit bieten und so, wenn auch sicher relativ selten, als Infestationsquelle dienen koennen.