Titel
Nyungwe - Portrait eines Bergnebelwaldes (Teil I und II). Eine oekologische und sozio-oekonomische Betrachtung eines ostafrikanischen Bergnebelwaldes
Verfasser
Erscheinungsjahr
1990
Illustrationen
15 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
4355
Datensatznummer
200040792
Quelle
Abstract
Der Bergnebelwald Nyungwe ist mit seinen 100 000 ha Flaeche der groesste verbliebene Waldkomplex entlang der Wasserscheide Nil-Zaire. Seit Menschengedenken spielte das Waldmassiv eine bedeutende Rolle im Leben der Voelker von Ruanda: Fuer die einen war er Lebensraum, fuer andere Flaechenreserve und Rohstofflieferant. Mit dem Eintreffen der Europaeer verschoben sich die Akzente der Nutzung des Waldes; die kommerzielle Komponente trat von nun an hinzu. Im Laufe dieses Jahrhunderts wurde das Waldgebiet immer mehr, besonders aber seit den Vierzigerjahren, durch den Landhunger der stetig wachsenden Bevoelkerung auf die fuer die tradionelle Landwirtschaft zu kuehlen Standorten zurueckgedraengt. Die Kommerzialisierung des Waldes, sei es durch Umwandlung in devisentraechtige Tee-Kulturen, sei es durch legalen oder illegalen Holzeinschlag, sei es durch Goldprospektion, gefaehrdete ebenso wie die Bevoelkerimgsexplosition den Erhalt des Nyungwe. Darum beschloss man, die verbleibenden Flaechen mit einer Schutzzone von schnellwachsenden Exoten zu umguerten und die im Inneren des Waldes befindlichen, ausgepluenderten Partien durch Anreicherungspflanzungen aufzuwerten. Im Laufe der Zeit wurde auch die selektive, nachhaltige Holznutzung, die erst nur auf die Waldraender beschraenkt war, auf 60 % der Waldflaeche ausgedehnt. Die restlichen 40 % der Waldflaeche sollen als faunistisch-floristisches Totalschutzgebiet eingerichtet werden. Die Forstpolitik versucht, durch die teilweise Nutzung allen Anforderungen gerecht zu werden und vor allen Dingen das Waldgebiet in seinem Bestand zu erhalten!