Titel
Auswirkungen selektiver Holznutzungen auf die Baumartendiversitaet eines regengruenen Feuchtwaldes in Venezuela
Verfasser
Erscheinungsjahr
1996
Illustrationen
25 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
2754
Datensatznummer
200039903
Quelle
Abstract
Die Entwicklung der Baumartendiversitaet in drei selektiv genutzten Bestaenden (5,8 und 19 Jahre nach der Nutzung) wird mit einem Primaerwald in unterschiedlichen Bestandesstraten verglichen. Als Parameter werden die Artenzahl und die aus dem Shannon-Index H' abgeleitete Evenness (Grad der Gleichverteilung) sowie die Arten- und Individuendichte als raeumliche Bestandesindikatoren verwendet. Die einzelnen Bestaende wurden in ihrer Artenzusammensetzung repraesentativ erfasst. Die Holznutzung fuehrt im Kompartiment A (BHD > 10cm) nur in dem besonders stark gestoerten Bestand zu einem leichten Rueckgang des Artenreichtums. Der deutliche Anstieg der Artenzahlen im Kompartiment B (Hoehe > 130cm -10cm BHD) des juengsten genutzten Bestandes im Vergleich mit dem Primaerwald ist ausschliesslich auf kleine Baeume und Straeucher zurueckzufuehren. Die Wuchsform "Strauch" ist vor allem mit seltenen, sehr lichtbeduerftigen Arten vertreten. Mit zunehmendem zeitlichen Abstand nach der Nutzung naehern sich die Artenzahlen wieder denen des Primaerwaldes. Nach Sukzessionsstadien untergliedert, zeigt die mittlere Artendichte in beiden Kompartimenten kaum Veraenderungen in den genutzten Bestaenden. Als Reaktion auf die nutzungsbedingten Auflichtungen geht der Klumpungsgrad der Arten- und Individuendichte im Unterwuchs (Kompartiment B) deutlich zurueck. Im Kompartiment B steigen die Eveness- Werte mit zunehmendem zeitlichen Abstand nach der Nutzung; im Kompartiment A ist hingegen kein Trend zu erkennen. Bei der Unterteilung der Gesamtaufnahmeflaeche nach Standorttypen (1: frei draenierend; 2: regenzeitlich vernaesst) und Stoerungsgraden (keine, schwach, stark) wurden im Kompartiment A nur auf Standorttyp 1 deutliche Veraenderungen festgestellt. Die Artendichte geht bei starkem Stoerungsgrad zurueck, waehrend die mittlere Individuendichte auf schwach und stark gestoerten Flaechen, durch die massive Besiedlung von einigen wenigen Pionierbaumarten, zunimmt. Im Kompartiment B sind Unterschiede zwischen den einzelnen Stoerungsgraden nur auf Standorttyp 2 zu erkennen: Die mittlere Arten- und Individuendichte nimmt auf den schwach bzw. stark gestoerten Flaechen zu, wohingegen der Klumpungsgrad bei beiden Parametern abnimmt. Anhand von Aehnlichkeitsindizes ist in beiden Kompartimenten im Laufe der Sukzession eine zunehmende floristische Angleichung an den Primaerwald zu beobachten.