Titel
Was bringt uns weiter - Einsicht oder Zwang? Auf der Suche nach Loesungen fuer das Motivationsproblem Arbeitssicherheit : Safety and Health in Forestry are feasible. FAO/ECE/ILO-Seminar
Verfasser
Erscheinungsjahr
1996
Illustrationen
10 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
4354
Datensatznummer
200039514
Quelle
Abstract
Bei 47 von 53 toedlich verlaufenen Unfaellen wurden Generalregeln der Arbeitssicherheit missachtet. Bei der Suche nach den Unfallursachen wird klar, dass das, was vordergruendig nach "menschlicher Fehlleistung" aussieht, haeufig das Resultat einer Kette von Versaeumnissen ist. Die Liste der dafuer Verantwortlichen reicht bis in die Chefetagen. Fuehren mit Zielvereinbarungen ist ein Erfolgsrezept modernen Managements. Das Bewahren von Gesundheit und Leben aller Mitarbeiter muss deshalb ausdruecklich ein Unternehmensziel sein. Die Grundforderung an die Gestaltung von Arbeitssystemen nach gefahrloser Technik oder unbedingt wirkender Sicherheitstechnik ist bei der motormanuellen Waldarbeit kaum zu erfuellen. Verhaltensanforderungen an die Menschen sind nur bedingt wirksam. Den deutschen Forstbetrieben geht es wirtschaftlich schlecht. Daraus resultiert nicht selten ein Vorrang betriebswirtschaftlicher Ueberlegungen vor Sicherheitsaspekten. Kuenftig muss als Regel gelten: Normen brechen Praeferenzen, Sicherheit geht vor Wirtschaftlichkeit! Unterlassen und Dulden sind haeufige Unfallursachen. Wir unterlassen es, als Vorbild zu wirken, Arbeit richtig zu organisieren usw. Wir dulden sicherheitswidriges Verhalten und provozieren damit, dass es zur Gewohnheit wird. Jeder im Forstbetrieb ist in seinem Aufgabenbereich zu 100% fuer Arbeitssicherheit verantwortlich. Jeder muss uebernommene Pflichten und als Ziel vorgegebene Absichten konsequent umsetzen. Geduldete unerlaubte Handlungen werden nach der Verstaerkungstheorie um so mehr stabilisiert, je haeufiger die unerlaubte Methode zum Erfolg fuehrt. Um solche "Fehlhandlungen" abzustellen, soll der Vorgesetze aktive Hilfestellung geben. Er soll dabei weder autoritaer verbieten, noch durch laissez-faire erlauben. Argumente des Fuer und Wider sollen den Waldarbeiter so ueberzeugen, dass er sich selbstaendig fuer den sicheren Weg entscheidet. Bei den Hilfestellungen auf dem Weg zu sicherheitsbewusstem Verhalten gilt die Philosophie des radikal Positiven. Unser Denkvermoegen wurde fuer eine Umwelt entwickelt, die wesentlich einfacher strukturiert war, als die, in der wir heute leben. Wir denken in Schemata und handeln auch so. Das ist bei der Waldarbeit gefaehrlich, weil ein Wissen und Beurteilungsvermoegen verlangt wird, ueber dessen Umfang sich die wenigsten im klaren sind. Wir haben keinen Mangel an Sicherheitsvorschriften, sondern einen Mangel an gefahrloser Technik und einen Mangel an Sicherheitsbewusstsein. Dieses Sicherheitsbewusstsein koennen wir durch Motivation verbessern. Gelingt dies in absehbarer Zeit nicht, hilft nur noch das Durchsetzen von Arbeitssicherheit mit kompromisslosem Zwang.