Titel
Anatomische und technologische Eigenschaften des Holzes ausgewaehlter Pappelklone und ihr Einfluss auf seine industrielle Verwertung
Verfasser
Erscheinungsjahr
1993
Illustrationen
30 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
2754
Datensatznummer
200039438
Quelle
Abstract
Beim Rueckgang landwirtschaftlich genutzter Anbauflaechen, aber auch zur Sicherung und Ausweitung der europaeischen Rohstoffbasis zur Erzeugung von Zellstoff und anderen industriellen Produkten aus Holz gilt als wirtschaftliche und oekologisch sinnvolle Alternative der Landnutzung der Anbau von schnellwachsenden Baumarten, insbesondere von Pappeln. Im Rahmen eines vom Bundesminister fuer Forschung und Technologie gefoerderten Verbundprojektes am Forstwissenschaftlichen Fachbereich der Universitaet Goettingen wurden Fragen der biologischen Produktion, der Nutzung sowie der oekonomischen Analyse und Bewertung dieser Form der Landnutzung untersucht. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der Frage, inwieweit durch die Auswahl bestimmter Pappelklone, durch die Gestaltung der Umtriebszeit (Rotation) sowie durch die Standortsauswahl nicht nur ein quantitativ befriedigendes Anbauergebnis erreicht werden kann, sondern auch Pappelholz erzeugt wird, welches sich hinsichtlich seiner Qualitaet fuer wichtige industrielle Verwertungsmoeglichkeiten gut eignet. Beispielhaft wird fuer die 4 Pappelklone Androscoggin, Muhle Larsen, Scott Pauley und Oxford das Holz aus Beispielbestaenden untersucht, welche 3 Altersstufen (5-10 Jahre; 10-15 Jahre; 15-20 Jahre) umfassten, wobei jeweils eine Variante auf fuer den Pappelanbau nur maessig geeigneten Standorten (Grenzertragsboeden) in den Versuch einbezogen wurde. Aus jedem dieser insgesamt 18 Versuchsstandorte wurden je 15 Baeume entnommen und hinsichtlich eigener verwertungsrelevanter Qualitaetseigenschaften untersucht: Neben stammorphologischen Merkmalen (Dimension, Astigkeit) wurden holzbiologische (Jahrringbreite, Kernflaeche, Rindenanteil), holzphysikalische (Richtgewebe, Darrdichte) sowie verwertungsrelevante fasermorphologische Eigenschaften (Zellartenanteile, Faserlaengen, Faserquerschnitte) analysiert. Des weiteren wurden aus denselben Verscuhsbaeumen Teile zur probeweisen Herstellung von Spanplatten sowie von Zellstoff nach verschiedenen herstellungsverfahren an andere Institute im Forschungsverbund weitergegeben. Im Quervergleich der Merkmale zwischen den einzelnen Versuchsvarianten zeigten sich deutliche klonbezogene Unterschiede, vor allem hinsichtlich der Dimensionen, des Ausmasses der (fuer die Verwertung negativ zu beurteilenden) Verkernung, der Astigkeit sowie der Holzdichte. Altersabhaengig variieren mit z.T. hochsignifikanten Unterschiede Holzdichte sowie Merkmale der Fasermorphologie, insbesondere die fuer die Papierherstellung wichtige Faserlaenge. Im Standortsvergleich zeigten sich zwar deutliche Unterschiede hinsichtlich der Stammdimensionen, waehrend die uebrigen qualitativen Merkmale sich allenfalls in geringem Umfang unterschieden. Die Ergebnisse koennen damit als Basis fuer zukuenftige Anbau- und Behandlungsempfehlungen herangezogen werden.