Titel
Experimente zum meliorativen Waldumbau im Erzgebirge
Verfasser
Erscheinungsjahr
1995
Illustrationen
12 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
4354
Datensatznummer
200038320
Quelle
Abstract
Der Waldumbau und -neuaufbau im immissionsbelasteten saechsischen Mittelgebirgsraum laesst angesichts stark versauerter Boeden, einer nach wie vor anhaltenden Schadstoffbelastung (Saechs. Landesamt fuer Umwelt und Geologie -LfUG-1993) und des beabsichtigten Wechsels zu edaphisch anspruchsvolleren Laubbaumarten eine vorherige meliorative Bodensanierung ratsam erscheinen. Durch flaechige, besser streifenweise Kalkungen mit mindestens 10 t dolomitischen Kalkes/Hektar plus Bodenbearbeitungen koennen Mischwaelder aus Weichlaubhoelzern und Zielwaldbaumarten begruendet werden. Erstere uebernehmen innerhalb der ersten drei Wachstumsjahre deren Schutz, beleben den oekosystemaren Stoffkreislauf und binde in ihn jaehrlich neu betraechtliche Erdalkalimengen ein. Der Salweide kommt dabei eine besonders hoher Stellenwert zu. Schadflaechen, Aufforstungsbloessen und nicht mehr voranbaufaehige Fichtenbestaende koennen so ohne den Umweg Vorwald - Voranbau in oekologisch stabile Mischwaelder umgewandelt werden und Waldschadensgebiete geruestartig strukturieren. Pflanzlochkalkungen, die vorteilhaft mit entsprechenden Lochbohrern ganzjaehrig durchgefuehrt werden koennen, greifen schonender in das Waldoekosystem ein und eignen sich fuer den Voranbau/Unterbau. Die Kalkmenge sollte auf unvernaessten Mittelgebirgsstandorten wenigstens bei 500g kohlensauren Kalk je Pflanzplatz liegen. Ihre positiven bodenchemischen Wirkungen gehen ueber die eigentliche Bearbeitungszone hinaus. Fuer Laerchen ueber einem Gneisverwitterungsboden bewirkten derartige Gaben fuer die ersten sechs Wachstumsjahre eine mangelfreie Mg-Ernaehrung und eine Foerderung des Hoehenwachstums. Bei Rotbuche sind hoehere Effekte zu erwarten. Die Pflanzlochkalkung ist durch nachfolgende Oben-auf-Kalkungen zu stabilisieren.