Titel
Baumpflege, Baumsanierung und Baumschutz sowie Gehoelzwertermittlung als Berufsfeld fuer Diplom-Forstwirte? - Ergebnisse einer Umfrage in Baden- Württemberg
Verfasser
Erscheinungsjahr
1993
Illustrationen
8 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
4354
Datensatznummer
200037294
Quelle
Abstract
Die unter anderem klimaregulierende, erholungswirksame und aesthetische Bedeutung von Gehoelzen im Siedlungsbereich ist unbestritten. Die Erhaltung und Pflege des dort vorhandenen Baum- und Gehoelzbestandes kann schon aufgrund der dafuer zur Verfuegung stehenden finanziellen oeffentlichen Aufwendungen als gesellschaftspolitisch formuliertes Ziel postuliert werden. Die zumindest von den befragten Experten eingeschaetzte Zufriedenheit der Bevoelkerung mit dem vorhandenen inneroertlichen Baumbestand und seinem Pflegezustand laesst nicht erwarten, dass sich in absehbarer Zeit eine gravierende Meinungsbildaenderung ergeben wird. Die auch mittel- bis laengerfristige Bereitstellung entsprechender Finanzmittel, auch fuer den fallweisen Einsatz von spezialisierten und qualifizierten Sachverstaendigen, scheint gegeben zu sein. Potenielle Aufgabenfelder fuer akademisch geschulte, freiberuflich taetige Baumsachverstaendige liegen im wesentlichen in der gutachtlichen Beurteilung, der monetaeren Bewertung sowie in der Ausarbeitung von Handlungsstrategien zu aussergewoehnlichen Schadensereignissen bei Gehoelzen oder Gehoelzbestaenden. Darueber hinaus koennen qualifizierte Beratungen bis hin zur Mitwirkung bei Gruenplanungen das Berufsbild praegen. Aus den vorgestellten Antworten ableitbare Anforderungsprofile fuer Baumsachverstaendige koennen hier nicht eingehender diskutiert werden. Zur rein forstliche Betrachtungsweise ergeben sich Unterschiede: Im Gegensatz zur hiesigen konventionellen Forstwirtschaft, in der grossraeumig Nadelgehoelze im Vordergrund stehen, sind im Siedlungsbereich hauptsaechlich die Baumarten Linde, Ahorn, Platane, Rosskastanie und Pappel weit vorherrschend. Unterschiede bestehen darueber hinaus u.a. im Bereich der Schadensursachen, wie beispielsweise Wurzelbeschaedigungen durch Strassenbaumassnahmen oder durch die Tatsache, dass es sich zumeist um Einzelbaeume handelt, deren vielfaeltige Funktionen sich stark von den Funktionen der Waldbaeume unterscheiden. Die Taetigkeit als Baumsachverstaendiger erfordert daher spezielle Kenntnisse, die aufbauend auf dem vorhandenen Lehrangebot im Rahmen des forstwissenschaftlichen Studiums vermittelt werden koennen. Aus forstlicher Sicht grundsaetzlich bedenkenswert sind die Antworten auf die Frage, mit welchen Institutionen in Fachfragen eine engere Zusammenarbeit gesucht wird. Die Moeglichkeit der Amtshilfe wird nur in sehr geringem Umfang in Anspruch genommen. In Fachfragen mit Baumbezug werden eher Baumschulen oder Naturschutzexperten als die Forstverwaltung herangezogen.