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  • Titel
    Kronenschaeden in Eichenbestaenden Niedersachsens nach Farbinfrarot- Luftbildern aus den Jahren 1988/89
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1992
  • Illustrationen
    15 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    4354
  • Datensatznummer
    200036803
  • Quelle
  • Abstract
    Als Teil einer methodisch breit angelegten Untersuchung der Ursachen des derzeitigen Eichensterbens in Norddeutschland wurde eine Erhebung ueber Verbreitung, Intensitaet und Standortbezuege von luftbildsichtbaren Kronenschaeden in Eichenbestaenden Niedersachsens durchgefuehrt. Dazu dienten stichprobenartige Farbinfrarot-Luftbildstreifen (M 1:6000), im Solling flaechendeckende Aufnahmen (M 1:10 000), die 1988-89 in allen groesseren Eichenwaldgebieten des Landes aufgenommen wurden. Insgesamt wurden 2553 Bestaende mit einer reinen Eichenflaeche von rund 8800ha, entsprechend etwa 10% der niedersaechsischen Gesamteichenflaeche, ausgewertet. Fuer 70% dieser Bestaende waren Standortdaten verfuegbar. Als "Kronenschaeden" wurden luftbildsichtbare Abweichungen in Belaubung und Verzweigung vom Optimalzustand definiert. Der Schaedigungsgrad wurde einzelbaumweise als Anteil Baeume in den Kronenzustandsstufen 0-4 (Laubverlust bis 10%, 11-25%, 26-60%, ueber 60% bzw. tot) und als bestandesbezogener Schadindex ermittelt. Ausgewertet wurden Eichen ab der 3. Altersklasse (41-60J.), fuer Standortbezuege ab der 5. Altersklasse (81- 100J.). Landesweit waren 45% der bewerteten Eichenkronen deutlich geschaedigt (Stufen 2-4); der darin enthaltene Anteil von 5% stark geschaedigter oder toter Eichen (Stufen 3 und 4) kennzeichnet etwa die Intensitaet des akuten Eichensterbens in den Jahren 1988-89. Als ueberdurchschnittlich betroffene Regionen erwiesen sich der niedersaechsische Kuestenraum, dort besonders der Bereich nordwestlich von Oldenburg, der Schaumburger Wald, der Raum Ith/Hils und der Hohe Solling; im suedwestlichen Solling haben vor allem Eisbruchschaeden zu hohen Schaedigungsgraden beigetragen. Der allgemein schlechtere Kronenzustand von Stieleichen wird vorwiegend auf ihr haeufigeres Vorkommen auf extremen Grund- und Stauwasserstandorten zurueckgefuehrt. Unter den edaphischen Standortfaktoren zeigt der Wasserhaushalt die deutlichsten Bezuege zum Kronenzustand. Dieser ist fuer beide Eichenarten im Berg- und Flachland am schlechtesten auf Stauwasserstandorten mit ausgepraegter Wechselfeuchte, fuer Traubeneiche im Bergland unter Einschluss dere nachhaltig frischen, d.h. feuchtesten stauwasserfreien Standorte. Auch innerhalb einzelner Bestaende treten bei kleinraeumig wechselndem Wasserhaushalt oertliche Schadenshaeufungen auf wechselfeuchten Partien auf. Fuer Stieleichen im Flachland nimmt der Schaedigungsgrad auf Grundwasserstandorten von grundwassernaeheren (Wasser 30-60cm unter GOF) zu grundwasserferneren (Wasser 100-150cm unter GOF) Standorten stark zu. Als Ursachen werden Trockenstress in Verbindung mit Wurzelschaeden, Ernaehrungsstoerungen, besonders durch vermehrten Stickstoffeintrag in Verbindung mit Winterfrost (1985-87) sowie wiederholter Kahlfrass grossraeumig geprueft. Die vorliegende Luftbilderhebung schafft dafuer wesentliche Voraussetzungen.