Titel
Verhaltensmodifizierende Duftstoffe und der Integrierte Pflanzenschutz gegen Ips typographus (L.) (Col., Scolytidae) in Belgien
Verfasser
Erscheinungsjahr
1992
Illustrationen
8 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
2479
Datensatznummer
200036586
Quelle
Abstract
Bis vor kurzem bestanden Massnahmen gegen Fichtenborkenkaefer aus Faellen, Entrinden und Entfernen von anfaelligem oder befallenem Material sowie - in einer Reihe von Faellen - in der Anwendung von Pheromonfallen. Aufgrund der Arbeitskosten wurde das Entrinden vor Ort mehr und mehr durch Lindanbehandlung ersetzt. 1989, als die Regionalregierung von Wallonien plante, die Anwendung von Lindan im Wald zu untersagen, wurden Versuche zur Entwicklung neuer Gegenmassnahmen begonnen. Wenig spaeter, im Februar 1990, verursachten heftige Stuerme 2,6 Millionen Kubikmeter Windwurf und damit den Bedarf fuer verbesserte Gegenmassnahmen. Ein kooperatives Forschungsprojekt befasste sich deshalb mit der Moeglichkeit, waldlagerndes oder stehendes Holz durch begiftete Fangbaeume vor Befall zu schuetzen. Verschiedene Pyrethroide mit hinreichender Dauerwirkung wurden vorlaeufig zur Anwendung gegen Ips typographus und Trypodendron lineatum ausgewaehlt. Liegende und stehende Fangbaeume (insektizidbehandelt und mit Pheromondispensern versehen) wurden erprobt, besonders gegen Ips typographus. Die raeumliche Ausbreitung der um die Pheromondispenser herum landenden und schliesslich abgetoeteten Insekten wurde erfasst und hieraus auf die Gesamtfangzahl geschlossen. Diese Ergebnisse wurden mit den Fangzahlen aus Fallen verglichen; es zeigte sich, dass die Fangbaeume das 2- bis 14fache an Ips typographus fingen als die Fallen. Um den Umfang der Auswirkung der Fangbaeume auf die Borkenkaefer zu erfassen, wurde die Dichte der ueberwinternden Ips typographus-Population mit Hilfe von Rindenproben aus dem Spaetsommer-Befall 1990 und Streuproben vom Stammfuss geschaetz. Im Juni-Juli fing jeder Fangbaum geringfuegig weniger als die ueberwinternde Population in einem spaeter befallenen Baum. Hieraus lassen sich wahrscheinlich Richtlinien fuer die Fangbaumauswahl herleiten. Auf einer Flaeche wurde die Wirkung der Fangbaeume auf natuerliche Feinde analysiert. Die Zahl der Parasiten und Predatoren betrug 2,5% der gefangenen Ips typographus. Gegenwaertig gehoerten die Entfernung befallenen Materials und die Anwendung von Fangbaeumen zu den Standardmethoden des regionalen Forstdienstes in Wallonien.