Titel
Biotische Aspekte fuer Eichenerkrankung : Waldwirtschaft und Waldoekologie
Verfasser
Erscheinungsjahr
1996
Illustrationen
22 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
2354
Datensatznummer
200035487
Quelle
Abstract
In zahlreichen Eichenbestaenden treten in den letzten Jahren Krankheitserscheinungen auf; sie reichen von einer unwesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes einzelner Baeume bis zum Absterben von ganzen Bestaenden. Aus dem Komplex biotischer und abiotischer Ursachen werden vier Beispiele herangezogen biotische Aspekte der Eichenerkrankung aufzuzeigen. Es wurde versucht, das Zusammenwirken von Blattfrass, Mehltau, Prachtkaefer und Hallimasch darzustellen. Zweifellos ist Blattfrass ein primaerer, Schwaeche ausloesender Schadfaktor und Wegbereiter fuer das Wirken von Mehltau, Prachtkaefer und Hallimasch. Dabei ist der Kahlfrass aller Baeume mit seinen Folgen fuer das Bestandesklima sicher negativer zu beurteilen als der Kahlfrass einzelner Baeume. Der Mehltau ist nur dort voll wirksam, wo er die gesamte Blattmasse trifft, dies ist nur bei Wiederaustrieb nach Kahlfrass der Fall. Der Eichenprachtkaefer kann sich nur dort richtig vermehren, wo neben der Schwaechung der Baeume auch oekologisch guenstige Lebensbedingungen fuer den Kaefer herrschen. Dies ist ebenfalls nur bei kahlen Waeldern waehrend der Flugzeit des Kaefers im Juni-Juli der Fall. Die Rolle des Hallimasch ist uneinheitlich; wenn er auftritt, zeigt er das Verhalten eines Schwaecheparasiten. Alle diejenigen, die nun trotz Kahlfrass keine Schaeden haben oder Schaeden haben ohne die vorher beschriebenen Plagen werden zurecht sagen, da ist doch noch etwas? Tatsaechlich gibt es ja noch abiotische Aspekte und hier v.a. standoertliche Fragen und damit eng verbunden die Frage nach der richtigen Eichenart und der geeigneten Herkunft auf dem ihr zusagendem Standort. Hier ist Forschungsbedarf, hier setz ein Forschungsprojekt an, das von verschiedenen Abteilungen der FVA dieses Jahr begonnen wurde. Gegenwaertig muessen wir mit den derzeit vorhandenen Waeldern leben. Da hilft nur zu versuchen, mittels sauberer Wirtschaft die Prachtkaefer niederzuhalten und den Kahlfrass zu verhindern.