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  • Titel
    James Fenimore Cooper als oekologischer Lederstrumpf : Naturnutzung und Raubbau im Amerika des 19. Jahrhunderts. : Geschichte der Kleinprivatwaldwirtschaft - Geschichte des Bauernwaldes
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1993
  • Illustrationen
    9 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    2354
  • Datensatznummer
    200034961
  • Quelle
  • Abstract
    James Fenimore Cooper (1789-1851) waehlte zum Hintergrund vieler seiner Romane Menschen und Landschaften einer im Osten gerade beendeten, im Westen beginnenden Periode der nordamerikanischen Kolonialisierung. Der Umkreis seines Heimatortes Cooperstown, im Staate New York am Otsego-See gelegen, ist der Schauplatz, auf dem die Figuren der fruehen Lederstrumpf-Romane agieren. Vom "Wildtoeter" (Deerslayer) ueber "Die Ansiedler" (The Pioneers) bis hin zur "Praerie" (The Prairie) zieht sich, in der Beschreibung der Naturszenarien, wie ein roter Faden die Klage ueber zunehmende Waldzerstoerung durch die Ansiedlungen der Weissen im Land der Indianer. Cooper selbst konnte, seiner Lebensumstaende wegen, den Raubbau der Naturvorraete nicht aufhalten, aber kritisch schildert er Mentalitaet und Vorgehensweise der neuen Waldbesitzer. Er gibt, in Gestalt und Rede des "Lederstrumpfes" Nathanael Bumppo, der zentralen Figur in fuenf Romanen, ein fruehes Beispiel fuer oekologisch angepasstes Verhalten. Wie gehen die eindringenden weissen Siedler mit den Naturguetern um? Sie roden, schlagen Bauholz und Brennholz, ohne neue Baeume zu pflanzen. Sie pluendern die Holzvorraete, ja setzen ganze Waldungen in Brand, fischen die Seen aus, schiessen gar mit Kanonen in die Schwaerme der Wandertaube, die fuenfzig Jahre spaeter endgueltig ausgerottet werden sollte. - Lederstrumpf dagegen, der Mann der Waelder, geht mit der Natur sorgsam um. Er kann in der Luft der Siedlungen, bei den "umbrella people", nicht atmen, er wandert gen Westen. Der letzte Roman des Zyklus spielt in der Praerie, die Wayne Fields "das geistige Schicksal Amerikas" genannt hat. Die fruehen Romane schildern Lichtungen im Wald, die mittleren beschreiben Rodungsoeffnungen und Kahlschlaege; das Ende ist die Praerie. So verdeutlicht Cooper die Veraenderung der amerikanischen Landschaft. Der Vortrag behandelt nicht nur den literarischen Aspekt, sondern versteht sich als eine Erweiterung der forstgeschichtlichen Betrachtungsweise zur Oekologiegeschichte hin. Ihr Anliegen ist das Studium der Verflechtungen von Mensch und Natur.