Titel
Vegetationskundliche Dauerbeobachtung in den Schonwaeldern "Hohes Reisach" und "Saulach" bei Kirchheim unter Teck
Verfasser
Erscheinungsjahr
1989
Illustrationen
9 Abb., 16 Tab., 14 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
2354
Datensatznummer
200034771
Quelle
Abstract
Der Schonwald "Hohes Reisach" bei Kirchheim unter Teck ist ein artenreicher Mischwald auf Mergel mit Fruehjahrsbluehern. Vier in drei Fazies (zwei Scilla-, eine Ficaria-, eine Allium ursinum-Fazies) 1978 angelegte Dauerflaechen von 10 x 10 Meter wurden seither jedes Jahr phaenologisch und vegetationskundlich-pflanzensoziologisch aufgenommen. Im phaenologischen Teil wird in Tabellen und Diagrammen die jahreszeitliche Entwicklung der vorkommenden Arten dargestellt, fuer die Bluehwellen (im Vergleich mit DIERSCHKE 1982), die Laubentfaltung der Baeume und die Bodenpflanzen. Dabei wird besonders auf die oft verschiedene Entwicklung fertiler und steriler Pflanzen derselben Art hingewiesen, die sich meist in der Zeit des Vergilbens deutlich unterscheidet. Im Diagramm wird gezeigt, wie frueh im Jahr, schon ab Ende Mai, ein Teil der Pflanzen einziehen, so dass nur kurze Zeit eine vollstaendige Aufnahme gemacht werden kann. Ein Seegras-Buchen- Eichenwald auf Loesslehm (Schonwald "Saulach") weist dagegen einen anderen phaenologischen Rhytmus auf. Der zweite Teil der Arbeit behandelt Vegetationsveraenderungen in den Dauerflaechen nach einer Durchforstung. Zunahme und Abnahme der Arten laesst sich zum relativen Lichtgenuss in Beziehung setzen. Fuer jedes Quartal wird im ganzen die Veraenderung mit Zu- und Abnahme aufgezeigt, wobei sich trotz des Eingriffs die Stabilitaet der Gesellschaft herausstellte: durch mehr Licht wurde die Bodenschicht zuerst ueppiger und bluehte reichlicher, am meisten im 2. Jahr nach der Auflichtung; spaeter ging die Deckung dann wieder zurueck. Nach 10 Jahren duerfte sich die Ausgangsitutation wieder eingestellt haben. Von dauernden Veraenderungen, etwa durch Immissionen, ist auf diesem Standort (noch) nichts nachzuweisen, wenn man nicht die deutliche Zunahme von Allium ursinum als Folge des Stickstoff-Eintrags deuten will.